Ermittlungen gegen Sozialminister Manfred Lucha!

Stuttgart - Gegen den baden-württembergischen Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) wird wegen des Verdachts der Vorteilsannahme ermittelt.

Stuttgart: Manfred Lucha (Bündnis 90/Die Grünen), Sozialminister von Baden-Württemberg, spricht während eines Interviews.
Stuttgart: Manfred Lucha (Bündnis 90/Die Grünen), Sozialminister von Baden-Württemberg, spricht während eines Interviews.  © dpa/Sebastian Gollnow

Das sagte ein Sprecher der Stuttgarter Staatsanwaltschaft am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. 

Hintergrund sind zwei Abendessen Luchas mit Christoph Sonntag, die der Kabarettist bezahlt hat.

Gegen Sonntag wird wegen Verdachts der Vorteilsgewährung ermittelt. 

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Es werde geprüft, inwieweit die Abendessen in Verbindung mit der möglichen Verlängerung eines vom Sozialministerium geförderten Demokratieprojektes standen, sagte der Sprecher.

Beide Abendessen fielen in einen Zeitraum, in dem sich Sonntag um eine Verlängerung eines Jugendprojekts des gemeinnützigen Unternehmens "Stiphtung Christoph Sonntag" bemüht hatte. Das Land hatte das Projekt mit 180.000 Euro gefördert.

Der Minister bezeichnete es später als einen großen Fehler, dass er die Essen nicht selbst bezahlte. 

Kumpaneivorwürfe wies Lucha aber wiederholt zurück.

Auch gegen die Noch-Ehefrau von Sonntag wird ermittelt

Das Sozialministerium hatte die Landeszentrale für politische Bildung ins Boot geholt, um Sonntags Projekt zu begleiten.

Sie hatte im September nach einer Prüfung erklärt, die Beträge seien korrekt abgerechnet worden. Hier hatte die Staatsanwaltschaft den Kabarettisten entlastet und das Prüfverfahren eingestellt.

Auch gegen die Noch-Ehefrau von Sonntag wird ermittelt. Sie hatte ihm vorgeworfen, die Fördermittel für das Projekt veruntreut zu haben.

"Es besteht der Anfangsverdacht, dass die Beschuldigte sich durch Drohung mit Veröffentlichung von Umständen, die rufschädigend sein könnten, einer versuchten Erpressung strafbar gemacht haben könnt", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch. 

Elisabeth Sonntag wies die Vorwürfe als unzutreffend zurück.

Titelfoto: dpa/Sebastian Gollnow

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