Mehr Obdachlose durch Corona? Stiftung sieht Kinder bedroht

Bad Dürrheim/München - Von zu Hause abgehauen oder rausgeflogen: Durch die Corona-Pandemie sind Kinder und Jugendliche nach Beobachtung der Stiftung "Off Road Kids" verstärkt von Obdachlosigkeit bedroht.

Die Hilfsorganisation haben zahlreiche Hilferufe von Jugendlichen erreicht. (Symbolbild)
Die Hilfsorganisation haben zahlreiche Hilferufe von Jugendlichen erreicht. (Symbolbild)  © Niall Carson/PA Wire/dpa

"Wo es brodelt in Familien, kann es im Lockdown zum totalen Zerwürfnis kommen. Das endet dann schon mal mit dem Rausschmiss", sagt Markus Seidel, Vorstandssprecher der Stiftung.

Betroffen seien vor allem Jugendliche und Heranwachsende ab 17 Jahre.

Das vergangene Jahr habe bei der bundesweit tätigen Hilfsorganisation alle traurigen Rekorde gebrochen: "Wir haben 2474 Hilferufe von verzweifelten Straßenkindern und jungen Menschen erhalten, die in Deutschland akut von Obdachlosigkeit bedroht sind. Das waren doppelt so viele wie im Vorjahr", so Seidel im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.


Weil in Corona-Zeiten keine Streetworker unterwegs sind, versucht die Stiftung, bedrohte Kinder durch das bundesweite Online-Hilfsangebot "sofahopper.de" zu erreichen.

Titelfoto: Niall Carson/PA Wire/dpa

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