Mietpreise steigen weiter: Finanzielle Lage für Studenten spitzt sich zu

Stuttgart/Wiesloch - Studenten müssen für ihre Miete immer tiefer in die Tasche greifen. Im Schnitt liegen die Mietpreise für Studentenwohnungen nochmal 5,9 Prozent über dem Vorjahr.

Stuttgart ist in Sachen Mietkosten vorne mit dabei. (Symbolbild)
Stuttgart ist in Sachen Mietkosten vorne mit dabei. (Symbolbild)  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Dies geht aus dem Studentenwohnreport 2022 des Finanzdienstleisters MLP und dem Institut der deutschen Wirtschaft hervor, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Die Mietpreise haben demnach in allen 38 untersuchten Hochschulstädten angezogen - in Berlin sogar um 18,5 Prozent.

Teuerster Studienort bleibt München, wo Studierende für eine 30 Quadratmeter große Musterwohnung in Hochschulnähe 787 Euro berappen müssen.

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Stuttgart liegt fast gleichauf mit 786 Euro. In Berlin zahlen Studenten für die Musterwohnung 718 Euro. In Chemnitz hingegen kostet die Muster-Studentenbude 224 Euro Miete. Es handelt sich um Beträge für Warmmieten.

Auch das Leben in Wohngemeinschaften ist nochmal deutlich teurer geworden: Für ein 20 Quadratmeter großes WG-Zimmer zahlen Studenten der Studie zufolge in München 545 Euro, in Berlin 487 und in Stuttgart 473 Euro. In Chemnitz kostet ein vergleichbares Zimmer 186 Euro.

Die Preise für ein solches Musterzimmer sind im Bundesschnitt im Vergleich zum Vorjahr um 9,4 Prozent gestiegen.

Geld reicht vorn und hinten nicht

Für Studenten wird das Geld knapp. (Symbolbild)
Für Studenten wird das Geld knapp. (Symbolbild)  © Frank Rumpenhorst/dpa

Auch die jüngste BAföG-Erhöhung könne nicht für generelle finanzielle Entlastung sorgen, teilten MLP und Institut der deutschen Wirtschaft mit. Der erhöhte Wohnzuschlag von 360 Euro im BAföG-Höchstsatz decke in nur zwei Hochschulstädten die Miete für eine studentische Musterwohnung - nämlich in Chemnitz und Magdeburg.

In München könnten Studenten für den Höchstzuschlag gerade mal 17 Quadratmeter bezahlen.

"Durch den enormen Anstieg der Energiepreise verschiebt sich die Nachfrage in Richtung kleinerer und günstigerer Wohnungen", erklärte Michael Voigtländer, Immobilienexperte am Institut der deutschen Wirtschaft.

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"Zudem suchen viele Menschen, die bislang Eigentumswohnungen erwerben wollten, wegen starker Zinsanstiege nun nach Mietwohnungen. Dies hat zur Folge, dass sich die Konkurrenz im Markt für studentisches Wohnen weiter verschärft - mit entsprechenden Folgen für die Mietkosten und das Angebot."

Zudem belaste die Inflation die Studenten laut Studie massiv. Mangels finanzieller Rücklagen und niedrigem Einkommen seien Studierende von den jüngsten Preissteigerungen stärker belastet als der Durchschnittshaushalt.

Das mittlere Einkommen der Studierenden habe sich zuletzt sogar leicht verschlechtert (2020: 950 Euro, 2018: 1000 Euro). Dabei kämen viele Studierenden nach der Corona-Krise und dem Wegfall zahlreicher Studierendenjobs finanziell gerade erst wieder auf die Beine, sagte MLP-Vorstandsvorsitzender Uwe Schroeder-Wildberg (56).

Titelfoto: Bildmontage: Frank Rumpenhorst/dpa, Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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