Mögliches Dürer-Bild löst großen Besucher-Hype aus: Kirche reagiert

Crailsheim/Nürnberg - Um ein möglicherweise neu entdecktes Werk von Albrecht Dürer sichtbar zu machen, klappt die Crailsheimer Johanneskirche ihren spätgotischen Flügelaltar zu.

Auf einem Tafelbild des spätgotischen Flügelaltars in der evangelischen Johanneskirche in Crailsheim ist eine Henkerszene zu sehen. Experten vermuten, dass Teile des Bildes von dem Nürnberger Meister Albrecht Dürer gemalt wurden.
Auf einem Tafelbild des spätgotischen Flügelaltars in der evangelischen Johanneskirche in Crailsheim ist eine Henkerszene zu sehen. Experten vermuten, dass Teile des Bildes von dem Nürnberger Meister Albrecht Dürer gemalt wurden.  © Montage: Stadtarchiv Crailsheim/dpa, Matthias Weniger/Bayerisches Nationalmuseum/dpa

Fachleute vermuten, dass der Nürnberger Meister Teile eines Tafelbilds auf der Außenseite des Altars gemalt haben könnte. Dieser ist die meiste Zeit jedoch geöffnet, sodass das fragliche Gemälde verborgen bleibt.

"Wir werden ihn heute Nachmittag zuklappen, damit die Leute das Bild sehen können", sagte Dekanin Friederike Wagner am Montag.

Nachdem Medien bundesweit über das mögliche Dürer-Gemälde berichtet hatten, war die Zahl der Besucherinnen und Besucher in der evangelischen Kirche stark gestiegen. "Das ist natürlich steil gegangen", sagte Wagner.

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Der Altar soll nun in den nächsten zwei bis drei Monaten geöffnet bleiben, bis sich die erste Aufregung gelegt habe. Der SWR hatte zuvor darüber berichtet.

Der Kunsthistoriker Manuel Teget-Welz von der Universität Erlangen und zwei andere Dürer-Kenner wollen den um 1490 entstandenen Hochaltar nun noch einmal genau untersuchen - und zwar sehr bald.

"Wir sind gerade in der Terminabsprache", sagte Teget-Welz.

Experten: Henkerszene mit Haupt von Johannes dem Täufer ähnelt stark anderen Werken von Dürer

Eins der Tafelbilder zeigt einen Henker mit dem Haupt von Johannes dem Täufer. Dieses ähnelt nach Ansicht von Experten sehr stark anderen Dürer-Werken.
Eins der Tafelbilder zeigt einen Henker mit dem Haupt von Johannes dem Täufer. Dieses ähnelt nach Ansicht von Experten sehr stark anderen Dürer-Werken.  © Matthias Weniger/Bayerisches Nationalmuseum/dpa

Der Altar stammt nach Überzeugung der Experten aus der Werkstatt des Dürer-Lehrers Michael Wolgemut.

Eins der Tafelbilder zeigt einen Henker mit dem Haupt von Johannes dem Täufer. Dieses ähnelt nach Ansicht der Experten sehr stark anderen Dürer-Werken.

"Da ist ein Stein ins Rollen gekommen, der jetzt sehr viele Dinge anstößt", sagte die Kulturhistorikerin Helga Steiger von der Stadt Crailsheim.

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Die Kirche plant nun eine Absperrung für den Altar, damit die vielen Interessierten nicht zu nahe an das kostbare Stück herantreten.

Außerdem soll es Führungen zum Altar und einen Bildschirm mit Detailaufnahmen geben.

Titelfoto: Montage: Stadtarchiv Crailsheim/dpa, Matthias Weniger/Bayerisches Nationalmuseum/dpa

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