Nach Amoklauf: Studenten gedenken erschossener 23-Jähriger

Heidelberg - Mit einer digitalen Gedenkfeier erinnert die Heidelberger Studierendenvertretung an die bei dem Amoklauf am Montag getötete Studentin.

Heidelberg am Dienstag: Menschen legen vor einem Gebäude der Universität Blumen und Kerzen an den Wegesrand.
Heidelberg am Dienstag: Menschen legen vor einem Gebäude der Universität Blumen und Kerzen an den Wegesrand.  © Uwe Anspach/dpa

Es gebe auch zwei Orte des Gedenkens an der Neuen Universität in der Altstadt und am Ort des Geschehens im Neuenheimer Feld, sagte der Vorsitzende der Verfassten Studierendenschaft, Peter Abelmann, am Dienstag in Heidelberg.

Am kommenden Montag sei in der Peterskirche eine zentrale Trauerfeier geplant.

In einem Hörsaal hatte ein 18-jähriger Student eine 19- und 20-jährige Frau sowie einen 20-jährigen Mann durch Schüsse leicht verletzt.

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Eine 23-jährige Studentin starb am Montagnachmittag an den Folgen eines Kopfschusses. Der mutmaßliche Amokschütze tötete sich anschließend selbst.

Die Peterskirche stand den ganzen Dienstag offen, um einen Ort für Trauer, Stille und Gebet anzubieten. Seelsorger standen vor Ort für Gespräche bereit.

Die Universität verwies auf ein breites Angebot von Hilfe für Angehörige, Opfer und Augenzeugen - von der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz über das Zentrum für Psychosoziale Medizin bis hin zur Psychosozialen Beratungsstelle.

Innenminister Strobl und das Protokoll der Panik

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (61, CDU).
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (61, CDU).  © Marijan Murat/dpa

Es ist ein Protokoll der Panik, über das Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (61, CDU) derweil am Dienstag minutiös referiert.

Um 12.24 Uhr am Montag gehen in Heidelberg sieben Notrufe bei der Polizei ein. Sechs Minuten später fahren drei Streifenwagen auf dem Campus vor.

Um 12.33 Uhr haben die Beamten bereits ihre Schutzausrüstung angelegt und beginnen, das Universitätsgebäude zu durchkämmen, Raum für Raum.

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Um 12.43 Uhr stehen sie in dem Hörsaal, in dem die Schüsse gefallen sind, die nicht nur Heidelberg in Schockstarre versetzen: Ein 18-jähriger Student läuft Amok, schießt einer 23-jährigen Frau in den Kopf, sie stirbt am Montagnachmittag an den Folgen. Drei weitere Studenten werden verletzt.

Um 12.51 finden die Polizisten den Täter außerhalb des Gebäudes auf - tot, er hat sich wohl selbst erschossen.

Was den jungen Mann dazu brachte, im Hörsaal um sich zu schießen, ist auch einen Tag nach der Tat rätselhaft.

Um 12.32 Uhr, also nur wenige Minuten nach den Notrufen, meldete sich der Vater des Täters bei der Polizei, teilte den Beamten mit, sein Sohn habe ihm die Tat per WhatsApp angekündigt. Der Student schrieb dabei nach Polizeiangaben, "dass Leute jetzt bestraft werden müssen".

Wann die Nachricht des Sohnes genau beim Vater eintraf, konnte Strobl am Dienstag nicht sagen. Nun sei die Stunde der Ermittler, betont der Minister immer wieder. "Die Wissenschaft weltweit schaut mit Erschrecken und fragend nach Heidelberg."

Er sei sich sicher, dass es gelingen werde, rasch Licht ins Dunkel zu bringen. Eine Ermittlungsgruppe mit 32 Beamten und dem Namen "Botanik" hat die Arbeit aufgenommen. Der Name ist darauf zurückzuführen, dass das betroffene Uni-Gebäude an den botanischen Garten grenzt.

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa

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