Notärztin Federle und Schauspieler Jan Josef Liefers kämpfen um Fortsetzung von Tübinger Modell

Tübingen - Die Tübinger Notärztin Lisa Federle (59) und Schauspieler Jan Josef Liefers (56) haben eine Initiative ins Leben gerufen, die die Fortsetzung des Corona-Modellprojekts in der Universitätsstadt zum Ziel hat.

Die Tübinger Notärztin Lisa Federle (59) und Schauspieler Jan Josef Liefers (56) haben eine Initiative ins Leben gerufen, die die Fortsetzung des Corona-Modellprojekts in Tübingen zum Ziel hat. (Fotomontage)
Die Tübinger Notärztin Lisa Federle (59) und Schauspieler Jan Josef Liefers (56) haben eine Initiative ins Leben gerufen, die die Fortsetzung des Corona-Modellprojekts in Tübingen zum Ziel hat. (Fotomontage)  © Montage: Sebastian Gollnow/dpa, Tobias Hase/dpa

Denn durch die Bundes-Notbremse droht dem Projekt der Abbruch. Den an Montag veröffentlichten Appell an die Bundesregierung unterstützen unter anderem der Schauspieler Moritz Bleibtreu (49), Sänger Hartmut Engler (59), Politiker Günther Oettinger (67, CDU) und der Unternehmer Wolfgang Grupp (79, Trigema).

Seit einem Jahr seien Kunst und Kultur praktisch abgeschaltet, sagte Jan Josef Liefers. "Dabei sind sie hervorragend geeignet, um den Menschen zu helfen, mit der Krise besser fertig zu werden. Es gab bereits Konzepte, die alle über Bausch und Bogen wieder beendet wurden, bevor man wusste, wie gut sie funktionieren. Das war ein Fehler. Da müssen wir wieder hin."

In dem Schreiben an die Bundesregierung heißt es: "Wir appellieren an die Bundesregierung und das Parlament, das Pilotprojekt der Stadt Tübingen nicht zu beenden. In diesem Projekt werden vorsichtige, kontrollierte Öffnungen in eine engmaschige Schnelltest-Strategie eingebettet und wissenschaftlich begleitet."

Das Ziel sei es, durch viele Testungen die Inzidenz dauerhaft auf einem niedrigen Niveau zu halten und trotzdem ziviles Leben und Sozialkontakte nach und nach zu ermöglichen.

Tübinger Projekt begann am 16. März und wurde bereits zwei Mal verlängert

"Die Fortführung des Projekts wäre ein Signal, dass nicht nur die Bürger des Landes, sondern auch deren Volksvertreter und die Regierung an Wegen interessiert sind, auch jene Defizite zu mildern, die abseits der Pandemiebekämpfung entstanden sind. Dabei würden keine inakzeptablen Risiken eingegangen", heißt es in dem Schreiben weiter.

Das Tübinger Projekt hatte am 16. März begonnen und wurde bereits zwei Mal verlängert. Menschen können sich an mehreren Stationen kostenlos testen lassen - mit den Bescheinigungen der Ergebnisse, den Tagestickets, können sie dann in Läden, zum Friseur oder auch in Theater und Museen gehen.

Titelfoto: Montage: Sebastian Gollnow/dpa, Tobias Hase/dpa

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