Pharma-Gigant saniert Müllkippe für 239 Millionen Euro

Grenzach-Wyhlen - Nach sieben Jahren hat der Schweizer Pharmariese Roche die Sanierung eines früheren Abfallgeländes in Grenzach-Wyhlen (Kreis Lörrach) abgeschlossen. Investiert wurden dafür 239 Millionen Euro. Das Areal sei inzwischen "chemiefrei", teilte die Roche Pharma AG am Freitag mit. "Wir wollen zukünftigen Generationen keine Altlasten hinterlassen", sagte Vorstand Hagen Pfundner (61).

Die Halle über der sogenannten Kesslergrube befindet sich in der Nähe des Rheins.
Die Halle über der sogenannten Kesslergrube befindet sich in der Nähe des Rheins.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Das Roche-Gelände mit einer Fläche von rund zwei Fußballfeldern gehört zur sogenannten Kesslergrube in Grenzach-Wyhlen – die frühere Deponie in Baden-Württemberg gilt als ein bundesweit besonders großes Altlastenprojekt.

Bis 1976 wurde in den früheren Kiesgruben Bauschutt, Hausmüll und Abfälle der Chemie- und Pharmaindustrie abgelagert. Für einen anderen Teil der Kesslergrube ist der Chemiekonzern BASF verantwortlich, wie das Unternehmen auf seiner Internetseite berichtete.

Die Sanierung bei Roche hatte im September 2015 begonnen. 360.000 Tonnen belastetes Erdreich wurden abtransportiert und später verbrannt – größtenteils in den Niederlanden, aber auch in Deutschland und Belgien, wie ein Sprecher berichtete.

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Für die Arbeiten wurde das Areal überdacht. Wie das sanierte Gelände künftig genutzt werden soll, steht laut Unternehmen noch nicht konkret fest.

Die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer sagte, der Pharmakonzern habe während der Sanierung für Transparenz gesorgt und damit zum erfolgreichen Abschluss des Projekts beigetragen.

"Wir wollen zukünftigen Generationen keine Altlasten hinterlassen", betonte Roche-Vorstand Hagen Pfunder (61).
"Wir wollen zukünftigen Generationen keine Altlasten hinterlassen", betonte Roche-Vorstand Hagen Pfunder (61).  © Philipp von Ditfurth/dpa

Roche hatte seinen Umsatz in Deutschland im vergangenen Jahr um fast 22 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro gesteigert. Standorte gibt es in Mannheim, Grenzach-Wyhlen und im oberbayerischen Penzberg. Beschäftigt werden zusammen rund 17.500 Menschen.

Titelfoto: Philipp von Ditfurth/dpa

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