Bawü-Polizeigewerkschaft weist Vorschlag für Rassismus-Studie scharf zurück

Stuttgart - Die baden-württembergische Polizeigewerkschaft weist den niedersächsischen Vorschlag für eine Studie zu Polizeiarbeit und Rassismus scharf zurück und fordert ein Ende der Debatte. 

Polizisten sind bei der Stuttgarter Randale-Nacht im Einsatz.
Polizisten sind bei der Stuttgarter Randale-Nacht im Einsatz.  © Simon Adomat/dpa

"Diese andauernde Verunglimpfung einer ganzen Berufsgruppe gefährdet die innere Sicherheit", sagte der Landes- und stellvertretende Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Ralf Kusterer, der Deutschen Presse-Agentur am Freitag in Stuttgart.

In den vergangenen Jahren habe es bei rund 4,8 Millionen Einsätzen der Polizei nur 4 ernstere Fälle von Extremismus gegeben. 

Drei dieser Fälle seien durch ein Mitarbeitergespräch geklärt worden, sagte Kusterer und bezog sich dabei auf Zahlen aus dem Innenministerium. 

"Bei so einer Fehlerquote würde kein Unternehmen der Welt seine Maschinen untersuchen."

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD), der Koordinator der SPD-Innenminister, will nach eigener Aussage versuchen, seine Kollegen in den Ländern im Herbst von einer gemeinsamen Studie zu überzeugen. 

Vor allem wird um Racial Profiling diskutiert

Um ein repräsentatives Bild zu gewinnen, müsse die Untersuchung mehrere Bundesländer umfassen, sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag).

Es geht vor allem um Racial Profiling. Davon spricht man, wenn Menschen wegen ihrer Hautfarbe, Haarfarbe oder anderer äußerer Merkmale, aber ohne konkreten Anlass kontrolliert werden.

Das Bundesinnenministerium hatte im Juni eine Studie dazu angekündigt.

Innenminister Horst Seehofer (CSU) aber nahm die Ankündigung seines Ressorts zurück.

Titelfoto: Simon Adomat/dpa

Mehr zum Thema Baden-Württemberg:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0