Polizist kniet auf Mann in S-Bahn-Station: Das sagt Polizei-Gewerkschafter Kusterer

Von Nico Pointner

Stuttgart - Das Knien auf dem Hals von Verdächtigen kann aus Sicht des Landesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft, Ralf Kusterer, in Ausnahmefällen vorkommen.

Ralf Kusterer, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft in Baden-Württemberg.
Ralf Kusterer, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft in Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa

"Im Gemenge ist alles denkbar", sagte Kusterer der Deutschen Presse-Agentur. "Es geht immer um Verhältnismäßigkeit. Undenkbar ist es für mich nicht."

Die Polizei habe teils mit Menschen zu tun, die etwa unter Drogen stünden.

Die Gewalt gegen Polizeibeamte scheine grenzenlos zu sein. "Da kann es durchaus sein, dass sie im Handgemenge kurzzeitig auch mal auf dem Hals landen."

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Es sei aber nichts, was die Polizei trainiere, es zähle auch nicht zum Repertoire der Abwehrtechniken.

Die Staatsanwaltschaft München I überprüft derzeit einen Einsatz der Bundespolizei in einer Münchner S-Bahn-Station vom Februar 2020.

Auf einem Video des Einsatzes aus einer Polizisten-Bodycam ist zu sehen, wie ein Polizist auf Kopf- und Halsregion eines um Hilfe rufenden Mannes kniet.

Das Video erinnert auf den ersten Blick - auch wenn die Folgen nicht zu vergleichen sind - an den tödlichen Polizeieinsatz gegen George Floyd in den USA, der eine Welle des Entsetzens und große Proteste ausgelöst hatte.

Floyd war am 25. Mai vergangenen Jahres in Minneapolis bei einem brutalen Polizeieinsatz getötet worden.

Ein Polizist presste sein Knie gut neun Minuten lang auf Floyds Hals, während dieser immer wieder flehte, ihn atmen zu lassen. Floyd verlor das Bewusstsein und starb wenig später. Der Polizist wurde zu 22 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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