Proteste in Baden-Württemberg für bessere Bedingungen in der Pflege

Stuttgart - Pflegekräfte haben am Mittwoch vor dem Gesundheitsministerium in Stuttgart für eine bessere Bezahlung und Finanzierung der Kliniken protestiert.

Eine Teilnehmerin einer Kundgebung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hält in Dresden ein Plakat mit der Aufschrift "Deine Mutter wird unterversorgt" in der Hand. In ganz Deutschland finden am Mittwoch Protestaktionen statt.
Eine Teilnehmerin einer Kundgebung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hält in Dresden ein Plakat mit der Aufschrift "Deine Mutter wird unterversorgt" in der Hand. In ganz Deutschland finden am Mittwoch Protestaktionen statt.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Verdi-Landeschef Martin Gross verwies auf eine Umfrage der Gewerkschaft, wonach sich 77 Prozent der Pflegekräfte nicht mehr vorstellen könnten, ihre Arbeit bis zur Rente durchzuhalten. "Wir brauchen jetzt einen grundsätzlichen Kurswechsel."

Das reiche von einer entsprechenden finanziellen Ausstattung, einem sofortigen Stopp der Ausgliederungen und die Rückführung in die Muttergesellschaft an landesverantworteten Kliniken bis hin zu einer Stärkung der Ausbildung und vor allem einen Tarifvertrag Altenpflege.

In Stuttgart nahmen an der Kundgebung nach Gewerkschaftsangaben an die 70 Personen teil. Gesundheitsminister Manne Lucha (60, Grüne) suchte den Kontakt zu den Pflegekräften.

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Lucha sagte, die Vorwürfe, dass in der Pandemie nichts für die Krankenhäuser und Pflegebeschäftigten passiert sei, könne er nicht verstehen. "Der Bund hat gemeinsam mit der baden-württembergischen Landesregierung während der Pandemie allein 1,6 Milliarden Euro für die Krankenhäuser in Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt." Hinzu kämen jährliche Investitionen von über 500 Millionen Euro.

Weitere Proteste im Land gab es in Freiburg, Tübingen, Karlsruhe, Mannheim, Heilbronn und bereits am Dienstag in Ulm.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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