Schulen in sozialen Brennpunkten sollen stärker gefördert werden

Stuttgart - Schulen vor allem in sozialen Brennpunkten sollen auch in Baden-Württemberg eine bessere Ausstattung erhalten und stärker gefördert werden.

"Unser Bildungssystem ist nicht wirklich chancengerecht", sagt Kultusministerin Theresa Schopper (61, Grüne)
"Unser Bildungssystem ist nicht wirklich chancengerecht", sagt Kultusministerin Theresa Schopper (61, Grüne)  © Bernd Weissbrod/dpa

Studien und Trends zeigten, dass ein schlechter ausgestattetes Elternhaus die Leistungen von Schülern belaste, sagte Kultusministerin Theresa Schopper (61, Grüne) am Freitag in Stuttgart.

Daher wolle Baden-Württemberg ein Modell erstellen, das auf einem Sozialindex aufbaue.

"Unser Bildungssystem ist nicht wirklich chancengerecht", sagte die Grünen-Politikerin. Die Einkommenssituation der Eltern dürfe nicht der entscheidende Faktor für den Bildungserfolg sein.

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Ähnliche Pläne hatten zuletzt bereits andere Bundesländer wie Sachsen und Nordrhein-Westfalen angekündigt.

Auch die grün-schwarze Regierungskoalition in Baden-Württemberg verspricht im Koalitionsvertrag eine "sozialindexbasierte Ressourcenverteilung".

Nach Angaben Schoppers wird der Index nach sozialen Aspekten vom Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg entwickelt.

Er soll passgenau Einfluss darauf haben, welche Ressourcen eine Schule zum Beispiel für Ausstattung oder Förderung erhält. Laut Koalitionsvertrag soll der Index "möglichst zum Schuljahr 2022/2023 in die Erprobung gehen".

Zudem kündigte Schopper für die Grundschulen die bereits im Koalitionsvertrag zugesagten "multiprofessionelle Teams" an. Sie sollten Lehrkräfte entlasten und Schüler unterstützen. Nähere Angaben zu den Arbeitsfeldern der Teams oder dem Zeitrahmen nannte sie nicht.

Zuletzt hatte die neue schwarz-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen einen ähnlichen Index angekündigt. Wie genau dieser "schulscharfe Sozialindex" aussehen wird, ist allerdings noch unklar.

Titelfoto: Bernd Weissbrod/dpa

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