Schulleitungen fühlen sich bei Fernunterricht vom Land alleingelassen

Stuttgart - Die Vereinigung der Schulleiterinnen und Schulleiter im Land hat dem Kultusministerium vorgeworfen, die Schulen in Fragen des Online-Unterrichts im Corona-Lockdown im Stich zu lassen.

Die Schulen sind seit wieder dicht. Lehrer unterrichten per Fernunterricht und das klappt mal mehr, mal weniger. (Symbolbild)
Die Schulen sind seit wieder dicht. Lehrer unterrichten per Fernunterricht und das klappt mal mehr, mal weniger. (Symbolbild)  © Dirk Weam/dpa

Im ganzen Land fragten sich Schulleitungen und Lehrkräfte: "Warum muss jede Schule sich eigene Wege und Möglichkeiten suchen, digitalen Online-Unterricht zu gestalten?"

Zudem verstehe man nicht, wieso es unmöglich sei, eine "gut funktionierende Bildungsplattform für alle Schulen" zur Verfügung zu stellen, teilte der Vorstand der Vereinigung am Montag mit. Resümierend fragen die Schulleiter: "Warum lässt das Land die Schulen bei dieser großen Herausforderung allein?"

Die Vereinigung wehrt sich zudem gegen den Eindruck in der Öffentlichkeit, Schulleitungen und Lehrer seien nicht in der Lage, Online-Unterricht zu geben. "Die meisten Schulen kommen mittlerweile sehr gut mit digitalen Medien zurecht und haben bereits vieles in Eigenregie auf den Weg gebracht", heißt es in der Mitteilung.

Das Problem seien vielmehr die technischen Rahmenbedingungen und fehlende Hilfsangebote. Ohne Eigeninitiative gehe nichts, denn von der Kultusverwaltung sei "nahezu keine fachliche Unterstützung" zu erwarten.

Lehrer nutzen teilweise private Laptops

Viele Lehrer würden für Videokonferenzen sogar private Geräte nutzen. (Symbolbild)
Viele Lehrer würden für Videokonferenzen sogar private Geräte nutzen. (Symbolbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Lehrerinnen und Lehrer machten Videokonferenzen häufig mit eigens dafür angeschafften und privat finanzierten Laptops. Sie bildeten sich selbst fort und seien im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. "Angebote in der Lehrerfortbildung sind hingegen Mangelware."

Als besonders ärgerlich empfinden die Schulleitungen "umständliche bürokratische Hürden", die es nahezu aussichtslos machten, Schulen mit einem Glasfaseranschluss auszurüsten. Problematisch sei die Wartung der Computer und der digitalen Infrastruktur. Auch hier würden die Schulen "sehr häufig allein gelassen".

Es sei zudem absehbar gewesen, dass die Server für die Lernplattform Moodle überlastet seien. "Umso ärgerlicher ist es, dass es die Verantwortlichen in der Kultusverwaltung in den vergangenen Monaten versäumt haben, die notwendigen Vorkehrungen zu treffen, damit solche Pannen nicht passieren."

Titelfoto: Dirk Weam/dpa

Mehr zum Thema Baden-Württemberg:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0