Streit um Billigpreise für Lebensmittel: Gibt es weitere Bauernproteste?

Stuttgart - Im Streit um Billigpreise für Lebensmittel will Bauernpräsident Joachim Rukwied weitere Proteste und Blockadeaktionen vor Supermärkten nicht ausschließen.

v.l.n.r.: Petra Bentkämper, Präsidentin Deutscher Landfrauenverband, Korbinian Obermayer, Katholische Landvolkbewegung, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Ricarda Rabe, Pastorin, und Joachim Ruckwied, Präsident des Bauernverbandes, stehen im Bildungsgut Schmochtitz Sankt Benno vor einem Traktor.
v.l.n.r.: Petra Bentkämper, Präsidentin Deutscher Landfrauenverband, Korbinian Obermayer, Katholische Landvolkbewegung, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Ricarda Rabe, Pastorin, und Joachim Ruckwied, Präsident des Bauernverbandes, stehen im Bildungsgut Schmochtitz Sankt Benno vor einem Traktor.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

"Ich habe volles Verständnis für den Unmut und den Zorn meiner Berufskollegen", sagte Rukwied der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten (Montag).

"Insofern will ich nicht ausschließen, dass es weitere Aktionen gibt. Ich appelliere ganz eindringlich an den Handel, zu einem wirklichen Miteinander in der Lebensmittelkette zu kommen." Rukwied ist sowohl Präsident des baden-württembergischen Landesbauernverbandes als auch des Deutschen Bauernverbandes.

In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder Demonstrationen von Landwirten vor Lagern einzelner Handelskonzerne gegeben. Bauern machten damit ihrem Unmut über niedrige Erzeugerpreise in Deutschland Luft.

Handelskonzerne und Bauernverband haben nach Angaben des Bauernverbands Gespräche über einen sogenannten Deutschland-Bonus für heimische Lebensmittel aufgenommen.

Mit ihm sollen die höheren Erzeugungskosten deutscher Landwirte ausgeglichen werden.

Gibt es Gespräche über "Deutschland-Bonus" für Bauern, oder etwa nicht?

Es gebe keine konkreten Gespräche über einen Deutschland-Bonus, teilte hingegen der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels mit.

Dem Handel sei es aber ein großes Anliegen, mit allen bäuerlichen Organisationen zu sprechen, die "ihre Sorge über die wirtschaftliche Situation der Bauernfamilien zum Ausdruck bringen".

Der Streit um Billigpreise für Lebensmittel rückt auch zur digital stattfindenden Agrarmesse Grüne Woche diese Woche verschärft in den Blick.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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