Endlagersuche für Atommüll: Heute werden mögliche Regionen genannt

Berlin/Stuttgart - Die Bundesgesellschaft für Endlagerung stellt am Montag (10 Uhr) in Berlin einen Bericht mit Regionen vor, die nach geologischen Kriterien für ein Atommüll-Endlager grundsätzlich in Frage kommen könnten.

Wohin mit dem strahlenden Müll? (Symbolbild)
Wohin mit dem strahlenden Müll? (Symbolbild)  © Sebastian Kahnert/dpa

Eine Vorfestlegung auf einen Standort ist mit dem sogenannten Zwischenbericht Teilgebiete aber noch nicht verbunden. 

Dennoch dürfte die Debatte über die Endlagerung von hoch radioaktivem Atommüll damit in Fahrt kommen. Bis 2031 soll das Suchverfahren in Deutschland abgeschlossen sein, bis etwa 2050 soll das Endlager seinen Betrieb aufnehmen.

Die bundesweite Endlagererkundung war angesichts des jahrzehntelangen Widerstands gegen den Ende der 1970er Jahre ins Auge gefassten Standort im niedersächsischen Gorleben gestartet worden. 

Konkrete Regionen sind bislang nicht bekannt geworden. Der baden-württembergische BUND geht davon aus, dass der sogenannte Opalinuston auf jeden Fall in dem Bericht vorkommen wird.

Seine Schicht zieht sich aus Zürich kommend unter der Schwäbischen Alb bis nach Ulm.

Update, 10.03 Uhr: Baden-Württemberg wird im Endlager-Bericht oft genannt

Bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager in Deutschland schließt eine mit Spannung erwartete erste Auswahl auch weite Gebiete Baden-Württembergs als möglichen Standort nicht aus. Der Südwesten kommt demnach unter anderem bei Tongestein an der baden-württembergisch-bayerischen Grenze infrage. 

Ein weiteres sehr großes sogenanntes Teilgebiet erstreckt sich von Baden-Württemberg und Bayern über Thüringen, Sachsen-Anhalt, das südliche Brandenburg und Sachsen im Nordosten von Deutschland. Ebenfalls möglich wäre ein Standort im Schwarzwald als Teil einer Region, die sich Richtung Osten über Bayern bis an die tschechische Grenze zieht.

Insgesamt haben 90 Gebiete in Deutschland nach Erkenntnissen der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) günstige geologische Voraussetzungen für ein Atommüll-Endlager. Teilgebiete liegen neben Baden-Württemberg auch etwa in Bayern und Niedersachsen, aber auch in den ostdeutschen Ländern.

Eine Vorfestlegung auf einen Standort ist damit aber noch nicht verbunden. In den kommenden Monaten und Jahren werden die möglichen Standorte nach und nach weiter eingegrenzt, indem weitere Kriterien - etwa die Bevölkerungsdichte - berücksichtigt werden.

Das Endlager soll unterirdisch in Salz, Ton oder Kristallin, also vor allem Granit, entstehen. 2031 soll der Standort gefunden sein, ab 2050 sollen Behälter mit strahlendem Abfall unterirdisch eingelagert werden.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa

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