Tempolimit auf Autobahnen? CDU-Landeschef Strobl sagt: "An uns wird's nicht scheitern"

Stuttgart - Der baden-württembergische CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl (62) hat sich offen für die Einführung eines Tempolimits auf deutschen Autobahnen gezeigt.

Thomas Strobl (62, CDU) steht einem Tempolimit offen gegenüber.
Thomas Strobl (62, CDU) steht einem Tempolimit offen gegenüber.  © Fabian Sommer/dpa

"An uns wird ein Tempolimit nicht scheitern", sagte Strobl bei einer CDU-Veranstaltung in Allensbach (Kreis Konstanz), wie der "Südkurier" (Freitag) berichtete.

Damit stellte sich der Landesinnenminister hinter eine Forderung unter anderem des Konstanzer CDU-Wahlkreisabgeordneten Andreas Jung (47), die in der Union kontrovers diskutiert wird.

"Die Lage ist ernst. Es darf keine ideologischen Barrieren geben", sagte Strobl. Falls die Ampelregierung in Berlin ein Tempolimit beschließe, "stehen wir dem als CDU nicht im Weg". Die Union unterstütze "alles, was Energie spart und hilft, welche zu gewinnen".

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Jung, CDU-Bundesvize und klimapolitischer Sprecher der Partei, hatte gefordert, mit Blick auf die Klimaziele und einen drohenden Energienotstand wegen des Ukraine-Kriegs auf deutschen Autobahnen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 Stundenkilometern einzuführen.

Diese soll auf zwei Jahre befristet sein und anschließend auf den Prüfstand gestellt werden.

CDU-Politiker sind sich beim Thema Tempolimit auf Autobahnen uneins

Die Debatte um ein Tempolimit an deutschen Autobahnen geht weiter. (Symbolbild)
Die Debatte um ein Tempolimit an deutschen Autobahnen geht weiter. (Symbolbild)  © Jens Büttner/zb/dpa (Symbolbild)

Angesichts der Energiekrise hatte zuvor auch Unionsfraktionsvize Jens Spahn (42, CDU) ein Tempolimit auf Autobahnen nicht ausgeschlossen.

"Ich kann ja bei der Kernenergie nicht sagen: Bitte keine Tabus, bitte alle Ideologien zur Seite legen, alle Optionen auf den Tisch, und dann selbst gleich schon wieder Denkverbote errichten beim Tempolimit", hatte der frühere Gesundheitsminister im ARD-"Morgenmagazin" gesagt.

Andere CDU-Bundestagsabgeordnete äußerten sich skeptisch, etwa der verkehrspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thomas Bareiß (47).

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Angesichts des gemischten Meinungsbildes im Landesverband Baden-Württemberg warb Strobl dem "Südkurier" zufolge für ein Umdenken. Bei einer Tankfüllung könne man bis zu 25 Euro sparen, indem man einfach langsamer fahre, also maximal Tempo 130, so der CDU-Landesvorsitzende. Zugleich verwies er auf einen Stimmungswandel in der Gesellschaft. "Ich stelle fest, viele fahren schon langsamer."

Über ein allgemeines Tempolimit wird schon seit Jahren immer wieder erbittert gestritten. Infolge des Ukraine-Kriegs ist es nun wieder in den Blick gerückt - als möglicher Beitrag zum Energiesparen. In der Ampel-Koalition sperrt sich die FDP gegen eine solche Begrenzung, die sie schon in den Koalitionsverhandlungen abgelehnt hatte.

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa, Jens Büttner/zb/dpa (Symbolbild)

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