"The Länd": Marketingexperte versteht Imagekampagne nicht ganz

Pforzheim - Die bundesweite und internationale Wirkungskraft von Baden-Württembergs Imagekampagne "The Länd" ist aus Sicht eines Experten fraglich.

21 Millionen Euro kostet die Imagekampagne.
21 Millionen Euro kostet die Imagekampagne.  © Bernd Weissbrod/dpa

"Auf der Ebene der Verständlichkeit habe ich Fragezeichen. Die Baden-Württemberger verstehen das vielleicht noch", sagte Jörg Tropp, Marketing-Experte der Pforzheimer Hochschule, den Badischen Neuesten Nachrichten.

Für ihn selbst habe sich der Slogan aber nicht gleich erschlossen. "Ich als Nicht-Baden-Württemberger musste schon ein bisschen überlegen, bis ich verstanden hatte, dass damit das Ländle gemeint ist", sagte der Professor für Medien- und Kommunikationswissenschaft dem Blatt.

Die Werbung der Landesregierung um Fachkräfte aus aller Welt sei noch keine Marke, wecke noch keine Assoziationen. Über den Erfolg einer Kampagne entscheide auch ihre Präsenz und die konkrete Umsetzung in den internationalen Zielmärkten.

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Baden-Württemberg 80 Prozent der Arbeitnehmer haben Schlafprobleme

Tropp warf auch die Frage auf, ob für eine Neupositionierung Baden-Württembergs als führender Technologiestandort nicht zunächst in den Aufbau der digitalen Infrastruktur investiert werden müsse. "Denn wenn eine Lücke zwischen den faktischen Gegebenheiten und der Kommunikation klafft, kann man sich leicht den Vorwurf der Unglaubwürdigkeit einhandeln."

Das Land lässt sich die umstrittene Kampagne 21 Millionen Euro kosten - aus Sicht von Tropp nicht sehr viel, um eine Marke international sichtbar werden zu lassen.

Die Regierung solle sich nach einem Jahr eine Zwischenbilanz vorlegen lassen, rät Tropp. Nach spätestens zwei Jahren müsse man dann den Stand der Markenentwicklung umfassend überprüfen.

Titelfoto: Bernd Weissbrod/dpa

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