Verdi mobilisiert Azubis für Warnstreiks im öffentlichen Dienst

Stuttgart - Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes ruft die Gewerkschaft Verdi am Dienstag Auszubildende in Baden-Württemberg zum Warnstreik auf.

Verdi ruft am Dienstag Azubis in Baden-Württemberg zum Warnstreik im öffentlichen Dienst auf.
Verdi ruft am Dienstag Azubis in Baden-Württemberg zum Warnstreik im öffentlichen Dienst auf.  © Christian Charisius/dpa

"Der Fachkräftemangel betrifft inzwischen praktisch alle Bereiche des öffentlichen Dienstes", sagte Landesjugendsekretärin Maike Schollenberger am Freitag in Stuttgart

Besonders gravierend sei die Situation in der Pflege und in den Kitas. Wer heute an den Nachwuchskräften spare, organisiere die Unterversorgung in etlichen systemkritischen Bereichen von morgen.

Vor diesem Hintergrund sind am Dienstag in Mannheim und Reutlingen Schwerpunktaktionen geplant. Die Gewerkschaft fordert in der laufenden Tarifrunde für die Auszubildenden eine Erhöhung ihrer Vergütung und der Praktikantenentgelte um 100 Euro im Monat. 

Für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen wird 4,8 Prozent mehr Geld verlangt, mindestens aber 150 Euro pro Monat. Die Tarifgespräche gehen am 22. und 23. Oktober in Potsdam weiter.

Bislang haben die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt.

Update 16.45 Uhr: OB Kuhn hält wenig von Warnstreiks in Corona-Zeiten

Der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) hat an die Gewerkschaft Verdi appelliert, sich Warnstreiks in der Corona-Zeit gut zu überlegen. Er habe zwar hohes Verständnis und Respekt für die Logik von Tarifauseinandersetzungen, sagte Kuhn am Freitag in Stuttgart. Aber: "Alle Beteiligten müssen sich auch fragen, ob ihre Maßnahmen in Bezug auf Corona adäquat sind." Die Gewerkschaft Verdi hatte in den vergangenen Tagen mehrfach zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst und im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen.

Auch in Stuttgart steigen die Infektionszahlen rasant. Sobald die Stadt die kritische Marke von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen erreicht, will sie mit weiteren Regeln gegen den Anstieg vorgehen. Darunter fallen eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in der Innenstadt und niedrigere Teilnehmerzahlen bei privaten und öffentlichen Veranstaltungen. Die Landeshauptstadt bewegt sich mit einem Wert von 43,7 (Donnerstag) weiter auf die kritische Marke für schärfere Maßnahmen zu.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

Mehr zum Thema Baden-Württemberg:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0