Kretschmann mahnt in der Corona-Krise: "Wenn wir jetzt sorglos handeln, wird sich das rächen!"

Ulm - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) mahnte beim Krisentreffen mit Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) in Ulm vor einer zweiten Infektionswelle des Coronavirus

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen, l), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, und Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, begrüßen sich vor dem Rathaus in Ulm.
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen, l), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, und Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, begrüßen sich vor dem Rathaus in Ulm.  © Stefan Puchner/dpa

"Wir stehen nicht am Ende der Pandemie, sondern wir sind mitten drin", sagte Kretschmann bei der Pressekonferenz. 

Deshalb sehe er sowie auch Söder, die Rufe nach einer weiteren Öffnung der coronabedingten Einschränkungen besonders "kritisch". 

Eine zweite Infektionswelle "würde uns härter trefffen", als die erste, betonte Kretschmann und stellte klar: "Wenn wir jetzt zu sorglos handeln, wird sich das rächen!"

So bat er neben den Menschen die Unternehmen um Geduld. Denn auch im Sinne der Wirtschaft müsse eine zweite Infektionswelle unbedingt vermieden werden, so Kretschmann. 

Die Situation rund um die Coronavirus-Pandemie bleibt angespannt. 

Von einem Schritt zurück zur Normalität könne nach Meinung des Ministerpräsidenten erst die Rede sein, wenn ein Impfstoff zur Verfügung steht. 

Des Weiteren bekräftigte Kretschmann, dass an die Austragung von Großveranstaltungen zunächst nicht zu denken ist.

Söder befürwortet eine mögliche Impfpflicht

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder würde in Deutschland eine generelle Impfpflicht gegen das Coronavirus befürworten. "Für eine Impfpflicht wäre ich sehr offen", sagte der CSU-Chef beim Treffen Kretschmann (Grüne). Bis es einen Impfstoff gebe, könne es keine Entwarnung und damit auch keine Lockerungen ohne gleichzeitige Auflagen wie eine Maskenpflicht geben.

Wie Kretschmann betonte auch Söder, dass die Lockerungen, die andere Bundesländer zum jetzigen Zeitpunkt diskutierten oder gar bereits durchführten, für Bayern und Baden-Württemberg nicht infrage kämen.

"Wir sind eine Gemeinschaft der Umsichtigen", sagte Söder und verwies damit auf den vorsichtigen Öffnungskurs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). 

Die "Besonnenen" seien überzeugt, dass die Gefahr durch das Coronavirus weiter bestehen bleibe. "Leichtsinn wäre ein schlechter Berater in dieser Situation."

Titelfoto: Stefan Puchner/dpa

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