Fast 50 Prozent weniger Abschiebungen: Daran lag es

Stuttgart - Die Zahl der Abschiebungen aus Baden-Württemberg ist im vergangenen Jahr auch wegen der Pandemie und ihrer Folgen weiter stark gesunken.

Aufgrund der Corona-Pandemie wurden weniger Menschen abgeschoben. Die Zahl der Duldungen ist dafür angestiegen.
Aufgrund der Corona-Pandemie wurden weniger Menschen abgeschoben. Die Zahl der Duldungen ist dafür angestiegen.  © Michael Kappeler/dpa

Insgesamt mussten 1362 Menschen das Land zwangsweise verlassen. Das ist ein Rückgang um fast 50 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019 (2648 Abschiebungen), wie aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervorgeht.

Abschiebungen seien von jeher ein schwieriges Geschäft "und es wird immer schwieriger", sagte ein Ministeriumssprecher dazu. "Das gilt vor allem aktuell in der Corona-Pandemie."

Abschiebungen oder Überstellungen in einige Staaten hätten zurückgestellt werden müssen, Reisemöglichkeiten seien eingeschränkt, sagte er der dpa.

Dagegen ist die Zahl der sogenannten Duldungen in den vergangenen vier Jahren deutlich gestiegen. Waren 2017 noch knapp 19.500 Ausländer im Besitz solcher Duldungen, waren es 2019 bereits etwa 23.900 und im vergangenen Jahr mehr als 31.100.

In den meisten Fällen fehlten wie schon in den Jahren zuvor die Reisedokumente des abgelehnten Asylbewerbers. Wie viele Menschen insgesamt in Baden-Württemberg zur Ausreise verpflichtet sind, ist statistisch nicht erfasst, wie das Ministerium mitteilte.

Im Fall einer Duldung wird für eine gewisse Zeit aus rechtlichen, gesundheitlichen oder humanitären Gründen auf eine Abschiebung verzichtet.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

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