Brandenburg muss Tausende Flüchtlinge aufnehmen

Potsdam - Die Landkreise und kreisfreien Städte in Brandenburg müssen in diesem Jahr rund 2250 mehr Flüchtlinge aufnehmen als bislang geplant.

Brandenburgs parteiloser Sozialstaatssekretär Michael Ranft (63) sieht auch Bund und Länder in der Pflicht, sich um die aktuelle Flüchtlingssituation zu kümmern.
Brandenburgs parteiloser Sozialstaatssekretär Michael Ranft (63) sieht auch Bund und Länder in der Pflicht, sich um die aktuelle Flüchtlingssituation zu kümmern.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Dies kündigte Sozialstaatssekretär Michael Ranft (63, parteilos) am Dienstag nach einer Schaltkonferenz mit Vertretern der Kommunen an.

"Wir erleben derzeit einen sprunghaften Anstieg bei der Zahl geflüchteter Menschen - vorwiegend aus dem Irak -, die über Belarus und Polen nach Brandenburg kommen", sagte Ranft anschließend. "Das bedeutet ganz erhebliche Kraftanstrengungen für Land und Kommunen, die wir gemeinsam angehen werden."

Nach Angaben des Ministeriums sollen in diesem Jahr 5423 Flüchtlinge auf die Kommunen verteilt werden. Im Juli war das Aufnahmesoll für 2021 auf 3173 Personen geschätzt worden.

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"Anders als bei der Flüchtlingskrise 2015 sind wir heute gut vorbereitet", erklärte Ranft. Die Kommunen hätten ihm signalisiert, dass sie ihrer Aufgabe nachkommen wollen.

"Es bestand allerdings auch Einigkeit darin, dass Brandenburg in dieser besonderen Situation Unterstützung und Entlastung vom Bund und den anderen Bundesländern erwarten kann", sagte Ranft.

Nach Angaben der Bundespolizeidirektion Berlin-Brandenburg vom Montag wurden seit Jahresbeginn bis Sonntagabend mehr als 2600 unerlaubt eingereiste Personen festgestellt, davon 810 in der Woche vom 4. bis 10. Oktober.

Aktuell erreichen deutlich mehr Flüchtlinge die Zentrale Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber (ZABH) in Eisenhüttenstadt.
Aktuell erreichen deutlich mehr Flüchtlinge die Zentrale Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber (ZABH) in Eisenhüttenstadt.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Die Menschen stammten vorrangig aus dem Irak sowie aus Syrien, Iran und Jemen. Sie kommen den Angaben zufolge von Belarus über Litauen und Polen.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB, Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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