Brandenburger AfD vergleicht Corona-Regeln mit rassistischer Apartheid

Potsdam - Brandenburgs AfD-Fraktionschef Hans-Christoph Berndt (65) hat die schärferen Corona-Regeln mit der rassistischen Apartheid verglichen.

AfD-Politiker Hans-Christoph Berndt (65) griff während einer Sondersitzung zu einem drastischen Vergleich.
AfD-Politiker Hans-Christoph Berndt (65) griff während einer Sondersitzung zu einem drastischen Vergleich.  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

"Sie errichten ein Apartheid-Regime, das Geimpfte von Ungeimpften trennt", sagte Berndt am Donnerstag in einer Sondersitzung des Landtags am Donnerstag in Potsdam.

Ungeimpfte dürften nicht mehr ohne Test Bahn fahren, nicht zum Friseur, zum Vereinssport, zu Kulturveranstaltungen oder in Museen. Er sprach von einer Hetze gegen Ungeimpfte. Seit Mittwoch gelten starke Einschränkungen für Ungeimpfte.

SPD-Fraktionschef Daniel Keller (35) wies den Vergleich zurück. "Das mit der Apartheid, mit dem systematischen Rassismus in Südafrika geschichtlich zu vergleichen, ist ein Unding", sagte Keller.

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Er warf der AfD "Verunsicherung, Verschwörung, Verantwortungslosigkeit" vor. Keller hält weitergehende Beschränkungen für denkbar: "Ein vollständiger Lockdown in fast allen Lebensbereichen ist unvermeidlich, wenn es uns nicht gelingt, das Infektionsgeschehen in den kommenden Wochen einzudämmen."

Apartheid wird die Doktrin der Trennung einzelner ethnischer Bevölkerungsgruppen genannt, wie es sie vor allem bis 1994 in Südafrika gab. Apartheid ist auch ein international definiertes Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Titelfoto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

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