DDR-Unrecht: Psychiatrie-Opfer erhalten finanzielle Unterstützung

Potsdam - Die Brandenburger Stiftung Anerkennung und Hilfe hat nach eigenen Angaben knapp 1900 Männer und Frauen finanziell unterstützt, die als Minderjährige in Psychiatrien und Behinderteneinrichtungen der DDR Leid und Unrecht erlitten haben.

Maria Nooke (64), Brandenburgs Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, war an einer Studie zum Einkommen der Menschen, die Unrecht erlitten hätten und politisch verfolgt gewesen seien, beteiligt.
Maria Nooke (64), Brandenburgs Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, war an einer Studie zum Einkommen der Menschen, die Unrecht erlitten hätten und politisch verfolgt gewesen seien, beteiligt.  © Jörg Carstensen/dpa

Die Betroffenen hätten eine Geldpauschale in Höhe von 9000 Euro erhalten, teilte die Stiftung am Donnerstag mit.

600 von ihnen bekamen zudem eine Rentenersatzleistung von 3000 Euro beziehungsweise 5000 Euro, weil sie in den Einrichtungen arbeiten mussten, ohne dass Rentenbeiträge abgeführt wurden. Insgesamt seien bislang 19,6 Millionen Euro an ausgezahlt worden. Die Stiftung stellt ihre Arbeit Ende des Jahres ein.

Die Einkommen der Menschen, die Unrecht erlitten hätten und politisch verfolgt gewesen seien, seien deutlich geringer, hatte eine Studie unter Beteiligung der Aufarbeitungsbeauftragten Maria Nooke (64) ergeben.

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Die Gesundheit der Betroffenen sei schlechter. Häufig müssten die Menschen aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in Rente gehen.

"Betroffene haben durch die mangelnde Förderung im Kindes- und Jugendalter oder durch Gewalt und damit verbundenen Hospitalismus massive Nachwirkungen, die sich zum Beispiel in zwanghaftem Verhalten, sozialer Angst oder Rückzugserscheinungen ausdrücken", sagte Nooke laut der Mitteilung. Es müsse bewusst gemacht werden, welche langwierigen Folgen Gewalt und Demütigung hätten. "Das gilt auch für junge Menschen mit Einschränkungen, die heute in Heimen oder Wohnstätten betreut werden", mahnte Nooke.

Bei der Anlauf- und Beratungsstelle der Stiftung Anerkennung und Hilfe meldeten sich bis zum Ende der Anmeldefrist Mitte vergangenen Jahres fast 2500 Menschen.

Viele hätten psychische, aber auch körperliche Gewalt erlitten. Die Stiftung war von der Bundesregierung, den Bundesländern und der evangelischen und katholischen Kirche errichtet worden.

Titelfoto: Jörg Carstensen/dpa

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