Giftige Chemikalien? LKA ermittelt nach massivem Fischsterben in der Oder

Potsdam/Frankfurt (Oder) - Das Landeskriminalamt (LKA) in Brandenburg ermittelt zum Fischsterben in der Oder. Es sei eine Wasserprobe entnommen worden, die das Landeskriminalamt auswerte, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums in Potsdam am Donnerstag.

In der Oder ist es zu einem massiven Fischsterben gekommen. Behörden in Brandenburg warnen davor, das Flusswasser zu nutzen oder in Kontakt damit zu kommen.
In der Oder ist es zu einem massiven Fischsterben gekommen. Behörden in Brandenburg warnen davor, das Flusswasser zu nutzen oder in Kontakt damit zu kommen.  © Frank Hammerschmidt/dpa

Wann ein Ergebnis vorliege, sei unklar. Das Landesamt für Umwelt berichtete, es seien am Dienstag Proben aus der automatischen Messstation in Frankfurt/Oder zur Analyse in das Landeslabor Berlin-Brandenburg gebracht worden.

Die Einrichtung sei über die Dringlichkeit der Auswertung informiert, hieß es. In Polen ermittelt die Staatsanwaltschaft Wrocław (Breslau) wegen eines möglichen Umweltdelikts.

Angesichts des Fundes vieler toter Fische in der Oder warnen die Stadt Frankfurt (Oder) und mehrere Landkreise die Bevölkerung vor Kontakt mit dem Wasser. Der Fluss führt derzeit Niedrigwasser. Auch vor dem Verzehr von Fisch aus dem Fluss wurde gewarnt.

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Am Donnerstag wurde zudem die Flussbadestelle in Schwedt an der Oder vorsorglich gesperrt, wie eine Sprecherin der Kreisverwaltung Uckermark am Donnerstag in Prenzlau sagte.

Ob giftige Chemikalien die Ursache für das Massensterben sind, war am Donnerstag weiterhin unklar.

Berufsfischer: Wirtschaftliche Folgen des Fischsterbens noch nicht absehbar

Tote Fische liegen am Ufer der Oder bei Brieskow-Finkenheerd. Die Ursache für das Fischsterben ist noch unklar.
Tote Fische liegen am Ufer der Oder bei Brieskow-Finkenheerd. Die Ursache für das Fischsterben ist noch unklar.  © Frank Hammerschmidt/dpa

Der Berufsfischer Henry Schneider hat sich derweil erschüttert über das massive Fischsterben geäußert. Die wirtschaftlichen Folgen seien noch nicht abschätzbar.

"Sowas haben wir noch nicht erlebt. Tote Fische sind überall zu sehen. Es sind viele", sagte der Fischermeister.

Er führt in Brieskow-Finkenheerd im Kreis Oder-Spree, nicht weit entfernt von Frankfurt (Oder), einen Familienbetrieb in der fünften Generation.

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Für sein aktuelles Geschäft sieht er bislang keine direkten Folgen. "Wir kommen gut über den Sommer", sagte Schneider. Da die Oder extremes Niedrigwasser führe, habe er bereits vor drei Wochen die Fischerei in der Oder eingestellt und sei auf andere Gewässer ausgewichen.

Ob Laich- und Jungfische gestorben seien, lasse sich erst in einigen Monaten sehen. "Es kann schlimm ausgehen, oder es kann sein, dass die Anrainer mit einem blauen Auge davon kommen."

Titelfoto: Frank Hammerschmidt/dpa

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