Klima-Proteste in Potsdam: Aktivisten planen weitere Aktionen

Potsdam - Nach Protesten für Klimaschutz und schnellen Kohleausstieg planen Klimaschützer in Potsdam weitere Aktionen.

Der Wohnblock "Staudenhof" in Potsdam soll abgerissen werden. Zurzeit wohnen in dem Gebäudekomplex (r.) anderem Flüchtlinge aus der Ukraine und Afghanistan.
Der Wohnblock "Staudenhof" in Potsdam soll abgerissen werden. Zurzeit wohnen in dem Gebäudekomplex (r.) anderem Flüchtlinge aus der Ukraine und Afghanistan.  © Monika Skolimowska/dpa

"Staudenhof, Kohleausstieg in der Lausitz, Mühlrose-Abbaggerung: Wir haben genügend Themen auf dem Zettel", sagte Klimaaktivistin Jana Schelte von "Extinction Rebellion" Potsdam am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Schätzungsweise bis zu 200 Menschen waren am Samstag nach Angaben der Polizei friedlich durch die Innenstadt gezogen. Der Protestzug führte von der SPD-Landeszentrale über das Rathaus zum Büro der Grünen und endete am Landtag.

In der Nähe befindet sich auch der Staudenhof, der nach Plänen der Stadt abgerissen werden soll. Die Klimaschützer protestieren gegen einen Neubau, der ihrer Ansicht nach teuer und klimaschädlich wäre.

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Bei einer Sanierung wären die Mieten auf Dauer günstiger, sagte Klimaaktivistin Schelte. Mit dem Abriss würde eines der wenigen Häuser in Potsdams Mitte mit bezahlbaren Mieten verschwinden.

"Jeder soll sich zu dem positionieren, was ihm wichtig ist"

Die Klimaaktivisten der Gruppe "Extinct Rebellion" demonstriert für den Klimaschutz. (Archivbild)
Die Klimaaktivisten der Gruppe "Extinct Rebellion" demonstriert für den Klimaschutz. (Archivbild)  © Bernd Lauter / AFP

Schelte kritisierte auch, dass Brandenburg weiter am Kohleausstieg 2038 festhalte und forderte den Stopp von Enteignungen für fossile Projekte wie etwa in Mühlrose an der sächsisch-brandenburgischen Grenze. Der Ortsteil wird für den Tagebau Nochten umgesiedelt, der noch bis Ende 2038 die Kohleversorgung der Kraftwerke Boxberg und Schwarze Pumpe sichert.

Eine Mehrheit der etwa 200 Mühlroser hat nach Angaben des Energiekonzerns Leag entschieden, in die Nachbargemeinde Schleife umzuziehen. Die Route der Demonstrierenden führte am Samstag auch am Museum Barberini vorbei.

Am 23. Oktober hatten eine Frau und ein Mann in dem Museum eine Flüssigkeit auf das mit Schutzglas versehene Gemälde "Getreideschober" von Claude Monet (1840-1926) geschüttet. Die Gruppe Letzte Generation bekannte sich damals zu der Tat und sprach von einer Attacke mit Kartoffelbrei.

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Laut Schelte hat diese Aktion die Debatte um den Klimaschutz noch einmal befördert. "Man kann zu Aktionen der Letzten Generation stehen, wie man will. Was sie schaffen ist, zu erzwingen, dass sich jeder positioniert, was er wichtiger findet: Kartoffelbrei auf einer Glasscheibe oder Klimaschutz."

Titelfoto: Monika Skolimowska/dpa, Bernd Lauter / AFP (Bildmontage)

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