Nach Hochwasser-Katastrophe: Das tut Brandenburg für den Hochwasserschutz

Potsdam - Nach den verheerenden Hochwassern in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz stellen sich auch in Brandenburg viele Fragen zum Hochwasserschutz.

Solche Bilder sollen sich nicht wiederholen: Fast bis zum Dach stehen diese Busse am 27. Juli 1997 in der vom Oderhochwasser überfluteten Thälmann-Siedlung nahe dem brandenburgischen Eisenhüttenstadt. (Archivfoto)
Solche Bilder sollen sich nicht wiederholen: Fast bis zum Dach stehen diese Busse am 27. Juli 1997 in der vom Oderhochwasser überfluteten Thälmann-Siedlung nahe dem brandenburgischen Eisenhüttenstadt. (Archivfoto)  © Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa

Im Rahmen des nationalen Hochwasserschutzprogrammes hat das Land nach Angaben des Umweltministeriums acht Projekte angemeldet.

Unter anderem seien vier gesteuerte Flutungspolder an Elbe und Oder sowie eine Deichrückverlegung entlang der Schwarzen Elster geplant, teilte das Ministerium auf Anfrage mit.

Brandenburg hatte leidvolle Erfahrungen nach den Hochwassern der Oder 1997 und an der Elbe 2002 gemacht. In diesem Sommer gab es die Katastrophen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Unbefristeter Streik in Brandenburger Asklepios-Kliniken? ver.di-Mitglieder stimmen ab
Brandenburg Unbefristeter Streik in Brandenburger Asklepios-Kliniken? ver.di-Mitglieder stimmen ab

Aus Sicht der Naturschützer vom Bund Brandenburg hinkt das Land bei der Schaffung von Rückhaltebecken jedoch hinterher. Den Flüssen müsse endlich mehr Raum gegeben und es müssten sogenannte Retentionsflächen zum Rückhalt von Hochwasser geschaffen werden, wird kritisiert.

Eine Rückverlegung von Deichen zur Schaffung von Rückhalteflächen hat es aus Sicht der Umweltschützer nur punktuell gegeben. Zwei Vorhaben zur effektiveren Nutzung der Havelpolder an Flussgebieten der unteren Havel zum Rückhalt von Hochwasser stehen nach Angaben des Ministeriums kurz vor dem Abschluss.

Brandenburg meldet acht Projekte im Rahmen des nationalen Hochwasserschutzprogramms an

Ein Überschwemmtes Poldergebiet an der Oder im Nationalpark Unteres Odertal. Brandenburg hat acht Projekte im Rahmen des nationalen Hochwasserschutzprogrammes angemeldet.
Ein Überschwemmtes Poldergebiet an der Oder im Nationalpark Unteres Odertal. Brandenburg hat acht Projekte im Rahmen des nationalen Hochwasserschutzprogrammes angemeldet.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Die im Rahmen des nationalen Hochwasserschutzprogrammes geplanten Projekte seien um ein Vielfaches größer als die bislang im Land umgesetzten Projekte.

Die meisten Flächen werden nach den Angaben landwirtschaftlich genutzt. Seit 2019 gebe es im Land eine Entschädigungsregelung, teilte das Ministerium in Potsdam mit. Damit solle die Akzeptanz erhöht werden.

Gesteuerte Flutungspolder in der Karthaneniederung und der Lenzer Wische an der Elbe und in der Ziltendorfer und Neuzeller Niederung werden derzeit untersucht.

Kia donnert auf Bundesstraße zweimal gegen Leitplanke, andere Autofahrer reagieren sofort
Brandenburg Kia donnert auf Bundesstraße zweimal gegen Leitplanke, andere Autofahrer reagieren sofort

Jetzt liefen meist die Vorarbeiten: hydraulische Berechnungen sowie Deich- und Bodenuntersuchungen. Bei der Lenzer Wische starten in Kürze die ingenieurtechnischen Planungen.

Für die Polder Karthaneniederung sowie Neuzeller und Neuzeller Niederung werden noch Kosten und Nutzen ermittelt - erst dann könne über die Umsetzung entschieden werden.

Nach Angaben des Ministeriums wurden in Südbrandenburg entlang der Schwarzen Elster 40 potenzielle Flächen für Deichrückverlegungen identifiziert. Für eine erste Fläche bei Zobersdorf ist im kommenden Jahr das Planfeststellungsverfahren geplant.

Titelfoto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema Brandenburg: