Nach Tod einer Frau aus Brandenburger Flüchtlingsheim: Polizei tappt weiter im Dunkeln

Hohenleipisch/Cottbus - Auch mehr als zweieinhalb Jahre nach dem Fund einer toten Frau aus einem Heim für geflüchtete Menschen in Hohenleipisch im Süden Brandenburgs gibt es noch immer keine Spur zum Täter.

Anfang Juli vergangenen Jahres wurden Skelettreste von Rita O. in der Nähe des Heims gefunden. (Symbolbild)
Anfang Juli vergangenen Jahres wurden Skelettreste von Rita O. in der Nähe des Heims gefunden. (Symbolbild)  © Axel Heimken/dpa

"Einige Auswertungen aus der Spurensicherung stehen noch aus", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Cottbus, Gernot Bantleon am Mittwoch. Es sei jedoch ungewiss, ob sich daraus hilfreiche Spuren ergeben.

Die 32-jährige Kenianerin und Mutter zweier kleiner Kinder war im April 2019 zuletzt in der Unterkunft gesehen worden. Anfang Juli vergangenen Jahres wurden dann Skelettreste von Rita O. in der Nähe des Heims gefunden.

Nach früheren Angaben der Ermittler hatte es Verdächtige gegeben. Jedoch hätten Beweise nicht ausgereicht. Es werde weiterhin nach einem Täter gesucht, so Bantleon.

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Die Opferperspektive fordert, geflüchtete Frauen und Mädchen in Wohnungen statt in Sammelunterkünften unterzubringen.

Solange Mädchen und Frauen in Gemeinschaftsunterkünften und Erstaufnahmeeinrichtungen leben, müssten Umsetzung und Wirksamkeit von Gewaltschutzkonzepten regelmäßig intern und extern überprüft und unabhängige Beschwerdestellen für die Bewohnerinnen und Bewohner eingerichtet werden, die sie mit wenig Aufwand erreichen können.

Der Fall zeige, was schlimmstenfalls passieren könne, wenn Frauen, die mitteilten in Gefahr zu sein, nicht geglaubt werde, Gewaltschutzkonzepte nicht wirkten und geflüchtete Frauen gegen ihren Willen in Sammelunterkünften leben müssten, teilte der Verein gemeinsam mit dem Flüchtlingsrat Brandenburg und der Potsdamer Initiative Women in Exile & Friends mit.

Titelfoto: Axel Heimken/dpa

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