Trotz steigender Corona-Zahlen: Großveranstaltungen in Brandenburg wieder erlaubt

Potsdam - Trotz der zunehmenden Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus will Brandenburg bald wieder Großveranstaltungen mit bis zu 25.000 Besuchern zulassen.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (59, SPD) warnte vor weiteren Lockerungen
Ministerpräsident Dietmar Woidke (59, SPD) warnte vor weiteren Lockerungen  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Details dazu sollen von der Landesregierung in einer neuen Umgangsverordnung am Mittwoch kommender Woche beschlossen werden, wie die Staatskanzlei am Dienstag nach der Kabinettssitzung mitteilte. Bislang sind nur maximal 1000 Teilnehmer erlaubt.

Gleichzeitig warnte Ministerpräsident Dietmar Woidke (59, SPD) vor weiteren Lockerungen. "Die Daten sagen ganz klar: Wir müssen sehr vorsichtig bleiben", meinte er laut Mitteilung.

Und Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (64, Grüne) ergänzte: "Die Infektionszahlen steigen leider in einigen Regionen wieder an. Die hochinfektiöse Delta-Variante ist schon dominant." Beide riefen die Bürger daher dazu auf, sich impfen zu lassen.

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In Schulen, Kitas und Horten sollen die Schutzkonzepte mit Testen und Maskentragen in den ersten Wochen nach den Ferien fortbestehen. Noch keine Einigung gab es im Kabinett zu der Frage, ob auch Grundschüler dann wieder Masken tragen sollen. Dies werde erst in der kommenden Woche entschieden, teilte die Staatskanzlei mit.

Die von Politikern der Koalitionsfraktionen SPD und CDU sowie der oppositionellen Linke geforderten Impftage an Schulen mit mobilen Teams sollen nach den Beschlüssen des Impf-Kabinetts nur an den Oberstufenzentren für über 18-Jährige möglich sein. Dies solle mit allen Beteiligten besprochen werden, teilte das Gesundheitsministerium auf Anfrage mit.

Weiter Maskenpflicht in Brandenburger Schulen

SPD-Fraktionschef Erik Stohn (37) befürwortet Corona-Impftage an Schulen
SPD-Fraktionschef Erik Stohn (37) befürwortet Corona-Impftage an Schulen  © Carsten Koall/dpa

Hintergrund ist die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), die eine Impfung für 12- bis 17-Jährige derzeit nur bei bestimmten Vorerkrankungen oder im Umfeld von gefährdeten Personen empfiehlt.

Woidke rief aber die Eltern dazu auf, mit ihren Kindern und den zuständigen Ärzten zu beraten, ob auch unter 18-Jährige geimpft werden könnten. "Das sind wichtige individuelle Entscheidungen", betonte der Regierungschef.

SPD-Fraktionschef Erik Stohn (37) hatte dagegen am Dienstag erklärt, die Politik müsse die Kinder und Jugendlichen nicht nur vor Schulschließungen, sondern auch vor der Krankheit bewahren. "Deswegen spreche ich mich für eine Impfung dieser Altersgruppe aus", betonte Stohn.

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Und CDU-Fraktionschef Jan Redmann (41) twitterte: "Trotz #STIKO: Ich habe volles Verständnis für Eltern, die Jugendliche ab 12 Jahren lieber impfen, als eine #COVID19 Infektion durchmachen lassen wollen."

Dem Elternwunsch müsse mehr Respekt entgegengebracht und die Impfungen tatsächlich ermöglicht werden, schrieb er.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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