Verdacht auf Tierquälerei: Neuruppiner Schlachthof lässt das Beil ruhen

Neuruppin - Nach dem Bekanntwerden von staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wegen Tierquälerei ist der Schlachthof in Neuruppin vom Unternehmen vorerst geschlossen worden.

Halbierte Schweine hängen in einem Schlachthof. (Symbolbild)
Halbierte Schweine hängen in einem Schlachthof. (Symbolbild)  © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Das Unternehmen habe dem Veterinäramt mitgeteilt, dass im Januar keine Schlachtungen mehr vorgenommen würden, teilte die Landkreisverwaltung Ostprignitz-Ruppin am Donnerstag mit.

Die Geschäftsleitung des Unternehmens äußerte sich auf Anfrage nicht zu der Schließung.

Das Deutsche Tierschutzbüro hatte das Unternehmen bei dem Amt und der Staatsanwaltschaft angezeigt und heimlich erstellte Videoaufnahmen vorgelegt.

Darauf war nach Angaben des Tierschutzbüros zu sehen, dass Schweine vor der Schlachtung brutal misshandelt und unsachgemäß betäubt wurden.

Das Veterinäramt hatte daraufhin zwei Mitarbeitern die Erlaubnis zur Tätigkeit entzogen. Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Mittwoch, dass ein Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz gegen Verantwortliche des Unternehmens laufe.

Die Geschäftsleitung hatte dazu erklärt, sie habe die verantwortlichen Mitarbeiter entlassen und gegen sie Strafanzeigen gestellt. Zudem sollten die Arbeitsabläufe so verändert werden, dass solche Verstöße nicht mehr vorkommen könnten.

So solle im Bereich der Schlachtung eine Videoüberwachung installiert und die "Betäubeaufzeichnung" erneuert werden.

Titelfoto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

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