Arzt entfernt 18-Jährigem aus Bremen gesundes Organ

Bremen - Wegen der Entnahme des falschen Organs bei einer OP beginnt am Mittwoch (11 Uhr) vor dem Landgericht Bremen die Zivilverhandlung um Schadenersatz und Schmerzensgeld.

Operationsbesteck liegt während einer Operation in einer Klinik auf dem Tisch.
Operationsbesteck liegt während einer Operation in einer Klinik auf dem Tisch.  © Marijan Murat/dpa

Ein Arzt im Krankenhaus hatte dem Kläger im Oktober 2017 aus Unachtsamkeit die linke, gesunde Niere statt der Milz entfernt. 

Der Kläger, der zum Operationszeitpunkt 18 Jahre alt war, verlangt Schadenersatz, Schmerzensgeld und den Ersatz zukünftiger Schäden. 

Die Parteien streiten unter anderem darüber, ob der Behandlungsfehler als grob einzuordnen ist. Die Kammer hat zunächst eine Güteverhandlung anberaumt. 


Wenn sich Kläger und das beklagte Krankenhaus nicht einigen können, wird der Prozess fortgeführt.

Update, 16.27 Uhr: Mann erhält 90.000 Euro

Der heute 21 Jahre alte Mann erhält 90.000 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld. Auf diese Summe haben sich der Kläger, die Krankenhausgesellschaft und der betroffene Arzt am Mittwoch in einem Vergleich vor dem Landgericht Bremen geeinigt, wie der Gerichtssprecher sagte. 

Der Arzt sowie die Krankenhausgesellschaft haften demnach außerdem für zukünftige, heute noch nicht vorhersehbare Schäden, die auf den Behandlungsfehler zurückzuführen sind.

Gegen den Mediziner wurde bereits im Juni 2019 ein Strafbefehl wegen fahrlässiger Körperverletzung erlassen, er musste 30.000 Euro zahlen.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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