Nach Feuer-Drama in Moria: Deutsche Bundesländer nehmen Flüchtlinge auf

Bremen – Das Land Bremen will nach dem Brand des griechischen Flüchtlingslagers Moria 100 Flüchtlinge von dort aufnehmen. 

Migranten schlafen nach dem Feuer in einem provisorischen Zeltlager.
Migranten schlafen nach dem Feuer in einem provisorischen Zeltlager.  © Petros Giannakouris/AP/dpa

Das beschloss die Landesregierung aus SPD, Grünen und Linkspartei am Dienstag. 

Bürgermeister Andreas Bovenschulte forderte die Bundesregierung auf, diesem Landesaufnahmeprogramm zuzustimmen. "Da ist insbesondere die Bundeskanzlerin gefragt", sagte der SPD-Politiker.

Bislang habe das CSU-geführte Bundesinnenministerium die Angebote einzelner Länder oder Kommunen abgeblockt, bemerkte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). 

Durch die Zerstörung des Lagers auf der Insel habe sich die Lage aber verändert. "Es geht um schnelle und unbürokratische Hilfe."

Die Plätze für Flüchtlinge aus Moria gehen nach Senatsangaben über die sonstige Bremer Aufnahmepflicht hinaus. 

In das kleinste Bundesland kommt laut dem geltenden Verteilungsschlüssel ein Prozent der Flüchtlinge oder Asylsuchenden, die Deutschland erreichen.

Update, 16.30 Uhr: Auch Hamburg will bis zu 500 Flüchtlinge aufnehmen

Hamburgs rot-grüner Senat hat der Bundesregierung die sofortige Aufnahme von bis zu 500 Flüchtlingen aus dem niedergebrannten Flüchtlingslager Moria angeboten. 

"Es ist eine europäische und deutsche Verantwortung, in dieser Situation für schnelle Hilfe zu sorgen. Insofern erwarten wir, dass eine größere Zahl von Menschen aufgenommen wird als zuletzt vom Bundesinnenminister angekündigt", sagte Innensenator Andy Grote (SPD) am Dienstag. Hamburg stehe bereit.

Ähnlich äußerte sich die Grünen-Fraktionsvorsitzende Jenny Jasberg per Twitter: "Das Leid und Elend in Moria braucht unser solidarisches Handeln jetzt!" Nach Angaben der Innenbehörde will die Hansestadt bis zu 500 schutzbedürftige Menschen aus dem Lager auf der griechischen Insel Lesbos aufnehmen, darunter auch 50 unbegleitete Minderjährige. Ein besonderes Augenmerk werde ebenso auf Familien, Kranke, alleinreisende Frauen und alte Menschen gerichtet.

Die Zusage an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) gelte unabhängig von der bereits in der Vergangenheit getroffenen Vereinbarung zur Aufnahme von bis zu 150 Flüchtlingen - nämlich bis zu 50 unbegleitete Kinder und Jugendliche sowie begleitete minderjährige Geflüchtete, die besonders krank und behandlungsbedürftig sind, mit ihren Kernfamilien von bis zu 100 Personen.

Die ersten davon seien bereits in Hamburg angekommen.

Titelfoto: Petros Giannakouris/AP/dpa

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