Großfamilien eskalieren: Frau von Auto mitgeschleift, Polizist geschlagen

Bremen - Tumultartige Szenen in Bremen: Bei einer Auseinandersetzung am Montag im Stadtteil Vegesack gab es zwei Verletzte - darunter ein Polizist.

Die Polizei zog weitere Einsatzkräfte hinzu. (Symbolbild)
Die Polizei zog weitere Einsatzkräfte hinzu. (Symbolbild)  © Ingo Wagner dpa/lni

Mehrere Frauen gerieten gegen 20.45 Uhr in der Straße Zum Alten Speicher aneinander, teilte die Polizei mit. 

Auslöser soll die Beziehung einer 20-Jährigen mit einem verheirateten Mann gewesen sein. 

Dessen Ehefrau, Schwester und 63-jährige Mutter beleidigten die junge Frau und ihre Begleiterin, die machten ihrerseits das gleiche und wollten schließlich mit einem Auto davon waren. 

Doch das wollten die drei Kontrahentinnen nicht zulassen, rissen die Autotüren auf und zogen den beiden Frauen an den Haaren. 

Die Fahrerin setzte laut Polizeiangaben aus Angst zurück. Dabei traf sie die 63-Jährige mit einer offenen Tür und schleifte sie mehrere Meter mit. 

Das flüchtende Auto der beiden Frauen wurde blitzschnell von weiteren verständigten Familienmitgliedern mit anderen Fahrzeugen eingekeilt und gestoppt. 

Als die 20-Jährige aus dem Auto stieg und wegrennen wollte, verfolgte sie ein 43 Jahre alter Mann. Inzwischen war auch die Polizei vor Ort. 

Ein Beamter lief dem Verfolger hinterher, der drehte sich aber um und schlug dem Polizisten mit der Faust ins Gesicht. Dann tauchte er in einer auf 30 bis 40 Personen angewachsenen Menschenmenge unter. 

Polizei nimmt 43-jährigen Schläger fest

Als Verstärkung eintraf, konnte die Polizei den 43-Jährigen vorläufig festnehmen.

Ein Rettungswagen brachte die 63-Jährige mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus. Der 34 Jahre alte Polizist wurde in einer Klinik ambulant behandelt.

"Die weiteren Beteiligten erlitten nach derzeitigem Kenntnisstand nur leichte Verletzungen, wie herausgerissene Haare und Kratzwunden", sagte ein Polizeisprecher.

Alle Beteiligten sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. Gegen sie wird wegen gefährlicher Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und einer Verkehrsunfallflucht ermittelt.

"Die Polizei Bremen duldet keine rechtsfreien Räume und wird die Verantwortlichen konsequent verfolgen", sagte der Sprecher.

Zeugenhinweise nimmt der Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer 0421 3623888 entgegen. 

Titelfoto: Ingo Wagner dpa/lni

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