Anstieg der Corona-Fälle in Düsseldorf: Helfen neue Maßnahmen?

Düsseldorf – Angesichts des stetigen Anstiegs der Neuinfektionen mit dem Coronavirus will die Stadt Düsseldorf nun mit mehreren Maßnahmen gegensteuern.

Voll trotz Corona: Der Burgplatz gehört zu den beliebten Plätzen in der Düsseldorfer Altstadt (Archivbild).
Voll trotz Corona: Der Burgplatz gehört zu den beliebten Plätzen in der Düsseldorfer Altstadt (Archivbild).  © Anne Orthen/dpa

Ein Blick auf die aktuellen Corona-Zahlen offenbart den traurigen Spitzenplatz Düsseldorfs in NRW. In den vergangenen sieben Tagen gab es dort – nach dem Kreis Gütersloh –  die zweitmeisten Neuinfektionen.

Die 7-Tage-Insidenz weist einen Wert von 23,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern auf. Ab einem Wert von 50 gäbe es wie in den Kreisen Warendorf und Gütersloh Lockdown-Maßnahmen. Pro Woche darf sich Düsseldorf demnach knapp 300 neue Corona-Fälle leisten.

Aber warum gibt es in der Landeshauptstadt so viele Neuinfektionen? Während in Düsseldorf derzeit offiziell 277 Personen infiziert sind, gibt es in Köln nur 49 Infizierte (Stand 3. Juli).

Ein Sprecher der Stadt Düsseldorf widerspricht der Einschätzung, dass es einen Corona-Hotspot gebe. Er nennt zwei Gründe, warum es in Düsseldorf so viele neue Corona-Fälle gebe. 

Zum einen werde viel getestet. Die Stadt bemühe sich um eine "aktive Fallfindung". Wenn es einen positiven Test in einem Altenheim oder einer Flüchtlingsunterkunft gibt, ordnet die Stadt auch Tests für alle anderen Bewohner an. Durch solche Massentests würden dann auch mehr positive Fälle gefunden. Allerdings gibt es eine solche Herangehensweise auch in anderen Städten.

Oberbürgermeister Thomas Geisel appelliert an die Bürger

Thomas Geisel (56) ist seit 2014 Oberbürgermeister in Düsseldorf.
Thomas Geisel (56) ist seit 2014 Oberbürgermeister in Düsseldorf.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Der zweite Grund sei eine gewisse "Sorglosigkeit" der Menschen, vor allem in der Atstadt. Dort war es in den vergangenen Wochen immer wieder zu dichtem Gedränge gekommen.

Deswegen startete die Stadt am Freitag die Kampagne "Unsere Altstadt - mit Abstand mein Lieblingsort". Mit Bannern sollen die Menschen auf die Abstandsregeln aufmerksam gemacht werden. 

In der Kurzen Straße verzichtet die Gaststätte "Kürzer" auf den Außer-Haus-Verkauf von Getränken. Außerdem dürfen die Terrassen eine Stunde länger bis 1 Uhr geöffnet bleiben. 

Zudem sollen Markierungen an beliebten Orten wie der Freitreppe am Burgplatz das Geschehen dort etwas entzerren. Kommen trotzdem zu viele Leute, kann die Polizei die Freitreppe taghell erleuchten.

Oberbürgermeister Thomas Geisel (56) kann das Bedürfnis nach Geselligkeit nachempfinden. Er hofft aber, dass sich die Leute an "gewisse Spielregeln" halten, damit es nicht zu einem erneuten Lockdown kommt.

Aktuelle Corona-Zahlen in Düsseldorf und Köln

  • Corona-Fälle insgesamt: 1881 (Düsseldorf) und 2609 (Köln)
  • Derzeit infizierte Personen:  277 (D) und 49 (K)
  • Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen: 23,6 (D) und 1,1 (K)

Bisher gab es in Düsseldorf knapp 25.000 Tests und 1881 Corona-Fälle, wobei einige Personen auch mehrfach getestet worden sind. In Köln gab es vom 25. Februar bis 1. Juli 2020  141.828 Abstriche, davon 2,28 Prozent mit positivem Ergebnis.

Insgesamt gab es seit Ausbruch der Corona-Pandemie in NRW 43.360 Fälle in NRW. 1686 Menschen sind verstorben, 38.000 Menschen haben das Virus überstanden (Stand 3. Juli).

Titelfoto: Anne Orthen/dpa

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