Bombendrohungen gegen Gerichte in NRW: Spur der Ermittler führt zu Partei-Mitglied

Düsseldorf - Nach Bombendrohungen gegen Gerichtsgebäude in sechs nordrhein-westfälischen Städten Anfang Februar gehen die Ermittler von einem rechtsextremen Hintergrund aus.

Ein Motorrad-Polizist sichert nach der Bombendrohung das Oberlandesgericht in Düsseldorf.
Ein Motorrad-Polizist sichert nach der Bombendrohung das Oberlandesgericht in Düsseldorf.  © David Young/dpa

Der unbekannte Absender nutzte laut einem Bericht an den Innenausschuss des Landtags eine Email-Adresse mit dem Namen des Nationalsozialisten Wilhelm Gustloff.

Der sei "nach seiner Ermordung im Jahr 1936 von der nationalsozialistischen Propaganda als Märtyrer bezeichnet worden", so das Innenministerium.

Die Wegwerf-Adresse sei erst Minuten vor dem Abschicken der Email mit dem Betreff "Bombendrohung" eingerichtet worden.

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Trotz mehrfacher Verschlüsselung habe man letztlich eine echte Mail-Adresse gefunden, die auf ein NPD-Mitglied hinweise. Die Ermittlungen dazu liefen aber noch, so der Bericht.

Zu ähnlichen Bombendrohungen gegen Gerichte aus dem Oktober 2021 scheint es keine Verbindung zu geben. Anbieter, Adressaten und Wortlaut seien anders gewesen.

Betroffen von der jüngsten Drohung waren das Amts-, Land- und Oberlandesgericht Düsseldorf, die Amtsgerichte Heinsberg, Erkelenz und Viersen, das Amts- und Landgericht Mönchengladbach sowie das Amts- und Landgericht Aachen.

Titelfoto: David Young/dpa

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