Demo von "Corona-Rebellen" in Düsseldorf: Doch mehr Teilnehmer als zunächst bekannt

Düsseldorf – Aus Protest gegen Corona-Maßnahmen sind in Düsseldorf rund 100 Kritiker auf die Straße gegangen – viel weniger als erwartet. 

Die Polizei hat zu einer Corona-Demo in Düsseldorf rund 300 Teilnehmer erwartet – gekommen sind jedoch nur 100. (Symbolbild)
Die Polizei hat zu einer Corona-Demo in Düsseldorf rund 300 Teilnehmer erwartet – gekommen sind jedoch nur 100. (Symbolbild)  © David Young/dpa

Nach Polizeiangaben waren für die Veranstaltung am Samstag ursprünglich 300 der selbst ernannten "Corona Rebellen" angemeldet.

Die Demonstranten werteten die staatlichen Corona-Maßnahmen als unrechtmäßige "Drangsalierungen". "Frieden, Freiheit, keine Diktatur", skandierten sie.

Auf Plakaten standen Slogans wie "Schluss mit Panik" oder "Gewissen erwache". 

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Durch die Einschränkungen würden Existenzen zerstört, sagte Veranstalter Bernd Bruns. Man setze sich zur Wehr gegen "Corona-Faschismus".

Unter den Demonstranten waren auch Vertreter der berüchtigten Gruppierung "Hooligans gegen Salafisten" (Hogesa), etwa deren Mitbegründer Dominik Roeseler.

Die Polizei war mit einem starken Aufgebot vor Ort. 

Nach ihren Angaben gab es zunächst keine besonderen Vorkommnissen. Das Ordnungsamt monierte Mängel bei der Mundschutz- und Abstandspflicht und verhängte Bußgeldbescheide. Darüber regten sich einige Demonstranten lautstark auf.

Gegen-Demonstranten üben heftige Kritik an "Corona-Rebellen"

Demonstranten stehen auf dem Johannes Rau Platz neben Organisator Dominik Roeseler (r) bei einem Protest gegen die Corona-Maßnahmen.
Demonstranten stehen auf dem Johannes Rau Platz neben Organisator Dominik Roeseler (r) bei einem Protest gegen die Corona-Maßnahmen.  © David Young/dpa

Unweit von der Protestkundgebung kamen Gegendemonstranten zusammen, nach Angaben des Bündnisses "Düsseldorf stellt sich quer" waren es ebenfalls etwa 100. Sie warfen den Anti-Corona-Maßnahmen-Demonstranten vor, unsachlich zu argumentieren und aus einer extremen politischen Ecke zu kommen.

"Es gibt Menschen, die wirtschaftlich stark von Corona-Maßnahmen betroffen sind – ihre Anliegen sind berechtigt, bei den staatlichen Unterstützungsmaßnahmen gibt es sicherlich Nachbesserungsbedarf", sagte Bündnissprecher Christian Jäger. "Aber die Proteste in Düsseldorf sind geprägt von wirren Verschwörungstheorien von rechten Gruppierungen."

Update, 20 Uhr: Doch mehr Teilnehmer als zunächst angenommen

Im Laufe der Veranstaltung, die um kurz vor sechs endete, erhöhte sich die Teilnehmerzahl nach Polizeiangaben von "rund Hundert" auf "mehrere Hundert". Die Beamten betonten jedoch, dass die Demonstration friedlich verlief.

Titelfoto: David Young/dpa

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