Umstrittene Knie-Festnahme von Düsseldorf: Weitere Videos sollen Beamte entlasten

Düsseldorf - Der umstrittene Polizeieinsatz in der Düsseldorfer Altstadt wird an diesem Donnerstag (13.30 Uhr) Thema im Landtag.

Polizisten üben in der Ausbildung die Festnahme von Verdächtigen. (Symbolbild)
Polizisten üben in der Ausbildung die Festnahme von Verdächtigen. (Symbolbild)  © picture alliance / dpa

NRW-Innenminister Herbert Reul (67, CDU) wird dem Innenausschuss des Parlaments zum Stand der Ermittlungen berichten.

Ein Beamter hatte bei der Festnahme eines 15-Jährigen diesen mit seinem Bein am Boden fixiert. 

Im Netz verbreitete Videoaufnahmen weckten Erinnerungen an den Tod des US-Amerikaners George Floyd. Der Anwalt des Polizisten hatte die Maßnahme dagegen als vorbildlich verteidigt: "Der Einsatz ist genauso abgelaufen, wie man das trainiert", hatte er gesagt.

Der Beamte habe den aggressiven Jugendlichen mit dem Schienbein am Kopf auf den Boden gedrückt und nicht auf den Hals.

Gegen den Polizeibeamten wird wegen des Anfangsverdachts der Körperverletzung im Amt ermittelt. 

Gegen den 15-Jährigen laufen Ermittlungen wegen Beleidigung, tätlichen Angriffs und Widerstands gegen die Staatsgewalt.

Weitere Videoaufnahmen sollen Beamte entlasten

Der umstrittene Polizeieinsatz gegen einen 15-Jährigen in der Düsseldorfer Altstadt ist von weiteren Videokameras gefilmt worden, deren Bilder den betroffenen Beamten entlasten: Aus den Aufnahmen ergebe sich, dass der 15-Jährige "am Kopf" fixiert worden sei, berichtete NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag dem Innenausschuss des Landtags. 

Demzufolge wäre der Einsatz laut Rechtslage zulässig und rechtmäßig gewesen. Die Ermittlungen seien aber noch nicht abgeschlossen, betonte Reul.

Bereits 15 Minuten nach seiner Abholung am Samstagabend durch einen Erziehungsberechtigten sei der 15-Jährige erneut in einer Menschengruppe in der Altstadt gesehen worden, so Reul. 

Einen Tag später - also am Sonntag - sei der Jugendliche erneut der Polizei aufgefallen, als er sich bei einem Streit unter mehreren Jugendlichen mit nacktem Oberkörper zu erkennen gegeben habe. 

Er habe dabei keine äußerlich erkennbaren Verletzungen aufgewiesen, sich dennoch danach in ein Krankenhaus begeben. Der Jugendliche sei in der Vergangenheit bereits mehrfach wegen Gewalttaten aufgefallen.

Titelfoto: picture alliance / dpa

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