Hacker-Attacke auf Uniklinik: Wusste die Landesregierung von der System-Lücke?

Düsseldorf – Der Hacker-Angriff auf die Düsseldorfer Uniklinik soll weiter im Landtag aufgearbeitet werden: Am Mittwoch wird ein Bericht des Justizministers im Rechtsausschuss erwartet.

Nach dem Hacker-Angriff auf die Uniklinik Düsseldorf wollen mehrere Landtagsausschüsse den Ermittlungsstand klären. Eine Unterrichtung von Justizminister Peter Biesenbach (72, CDU) wird erwartet. (Fotomontage)
Nach dem Hacker-Angriff auf die Uniklinik Düsseldorf wollen mehrere Landtagsausschüsse den Ermittlungsstand klären. Eine Unterrichtung von Justizminister Peter Biesenbach (72, CDU) wird erwartet. (Fotomontage)  © Montage: Roland Weihrauch/dpa, Fabian Strauch/dpa

In der Woche darauf will die SPD-Fraktion dann mehr über das Einfallstor der Hacker erfahren.

Für den Wissenschaftsausschuss hat die Opposition einen Fragenkatalog eingereicht, der sich um die Software Citrix dreht.

Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) hatten die Hacker eine Lücke in dem System ausgenutzt, um die Server der Uniklinik zu verschlüsseln.

Das BSI hatte nach eigenen Angaben bereits im Januar vor dem Problem bei Citrix gewarnt. Die SPD vermutet, dass die Uniklinik Sicherheits-Updates nicht rechtzeitig vorgenommen hat – und will unter anderem wissen, was die Landesregierung über Citrix wusste.

Im Rechtsausschuss wird am Mittwoch eine neue Unterrichtung durch Justizminister Peter Biesenbach (72, CDU) erwartet.

In einem schriftlichen Bericht hatte er den Ausschuss vergangene Woche erstmals darüber informiert, dass der IT-Ausfall an der Uniklinik tatsächlich auf einer Hacker-Attacke beruhte.

Täter schickten Erpresserschreiben an die falsche Adresse

Die unbekannten Täter hatten demnach ein Erpresserschreiben hinterlassen, das allerdings an die Heinrich Heine Universität adressiert war.

Als man die Hacker auf ihr falsch getroffenes Ziel aufmerksam macht, rückten sie den Schlüssel für die gesperrten Server raus.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen auch wegen fahrlässiger Tötung, nachdem eine Patientin starb, die wegen der Hacker-Attacke in ein weiter entferntes Krankenhaus kam - und starb.

Titelfoto: Montage: Roland Weihrauch/dpa, Fabian Strauch/dpa

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