Düsseldorf will Wohnungen für Menschen in systemrelevanten Berufen bauen

Düsseldorf – Die Landeshauptstadt Düsseldorf will mit einem neuen Vorhaben Menschen in sogenannten systemrelevanten Berufen den Zugang zu Eigentumswohnungen vereinfachen.

In Düsseldorf sollen auf einem Grundstück Eigentumswohnungen für Menschen in systemrelevanten Berufen entstehen (Archivbild).
In Düsseldorf sollen auf einem Grundstück Eigentumswohnungen für Menschen in systemrelevanten Berufen entstehen (Archivbild).  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Einem entsprechenden Beschluss stimmte am Mittwochabend der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung zu.

Konkret geht es um ein Grundstück in Düsseldorf-Gerresheim, das die Stadt verkaufen will. Dort sollen dann vom Käufer bezahlbare Eigentumswohnungen für Menschen in systemrelevanten Berufen gebaut werden, so das Nutzungskonzept der Stadt.

Auch "ökologisches Bauen" soll nach dem Plan berücksichtigt werden. Bei der Wahl eines Investors soll neben dem Kaufpreis auch entscheidend sein, wer den günstigsten Weiterverkaufspreis der Wohnungen anbietet.

Kaufen dürfen die Wohnungen später nur Menschen aus Berufen, die laut Einstufung des Bundesarbeitsministeriums als systemrelevant gelten. Neben mehreren anderen Branchen können dazu die Bereiche Ernährung, Gesundheit, Energie und Finanzwesen zählen.

Eine weitere Bedingung ist, dass die Wohnungen nur an Menschen abgegeben werden, die maximal 60 Prozent mehr verdienen als die Einkommensgrenze für öffentlich geförderten Wohnungsbau. In Düsseldorf wäre derzeit damit die Grenze für einen Einpersonenhalt rund 48.500 Euro brutto im Jahr, bei Eltern mit einem Kind 72.800.

Linke kritisiert das geplante Projekt als "Mogelpackung"

Ein maximaler Verkaufspreis für die Wohnungen wurde in dem Konzept nicht festgelegt, "um nicht schon jetzt mögliche Kalkulationen zu beeinflussen", so ein Stadt-Sprecher. Es sei Düsseldorfs erste "Konzeptausschreibung" mit diesem Ziel. Unklar ist, ob es bei dem einen Fall bleibt: "Sollte das Angebot der Stadt positiv aufgenommen werden, sind weitere Vorhaben denkbar."

Kritik an dem Projekt übten etwa die Linken, die das Vorgaben als "Mogelpackung" bezeichneten: "Da wird unter einem sozialen Deckmäntelchen ein städtisches Grundstück privaten Investoren hintergeworfen", so die Sprecherin der Linken-Ratsfraktion, Julia Marmulla, vor der Abstimmung.

Sie forderte stattdessen Mietwohnungen, da Eigentumswohnungen zu teuer blieben - gerade für Verkäuferinnen, Pflegerinnen und Hebammen.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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