Ehemann Messer in den Rücken gerammt: Mordprozess startet

Düsseldorf – Eine Frau soll in Düsseldorf ihren Ehemann heimtückisch ermordet haben. Ab Freitag (10.30 Uhr) muss sich die 40-jährige Koreanerin vor dem Landgericht verantworten.

Die Anklage wirft einer 40-Jährigen vor, ihren Ehemann heimtückisch ermordet zu haben (Symbolbild).
Die Anklage wirft einer 40-Jährigen vor, ihren Ehemann heimtückisch ermordet zu haben (Symbolbild).  © 123RF/Henadzi Pechan

Ihr droht lebenslange Haft. Im vergangenen Dezember hatte sie selbst den Notruf gewählt. Doch der Notarzt konnte ihren Mann nicht mehr retten (TAG24 berichtete).

Laut Anklage hatte sie ihm ein Messer mit 20 Zentimeter langer Klinge von hinten tief in den Rücken gerammt.

Zur Tatzeit habe sie 1,0 Promille Alkohol im Blut gehabt. Am Tatort soll sie damals gesagt haben, dass es zwischen ihr und ihrem Mann, ebenfalls aus Korea, zu einem Streit gekommen sei.

Seither schwieg sie.

Das Gericht hat für den Mordprozess zunächst neun Verhandlungstage eingeplant.

Update, 15.55 Uhr: 40-Jährige bestreitet Mord und spricht von Notwehr

Der Prozess findet vor dem Düsseldorfer Landgericht statt (Archivbild).
Der Prozess findet vor dem Düsseldorfer Landgericht statt (Archivbild).  © Marcel Kusch/dpa

Im Mordprozess gegen eine 40-jährige Hausfrau in Düsseldorf hat diese jede Mordabsicht bestritten und von Notwehr gesprochen. 

Sie habe einen sexuellen Übergriff ihres Mannes abwehren wollen, ließ die Koreanerin beim Prozessauftakt über ihren Verteidiger am Freitag am Düsseldorfer Landgericht erklären. Sie habe den Vater ihres dreijährigen Sohnes dabei nicht einmal verletzen, geschweige denn töten wollen.

In der Nacht zum 11. Dezember 2019 hatte sie sich mit ihrem Mann daheim in Düsseldorf betrunken. Dabei war es zu dem Geschehen gekommen. 

Laut Anklage hatte sie ihren angetrunkenen Mann heimtückisch ein Messer mit 20 Zentimeter langer Klinge tief in den Rücken gerammt. Dabei wurden laut Staatsanwalt zwei Schlagadern durchtrennt. Der 39-jährige Messebauer sei innerlich verblutet.

Unter Tränen schilderte die 40-jährige Mutter, dass sie die Schwere der Verletzung gar nicht mitbekommen habe. "Ich war angetrunken, übermüdet und auf völlig aufgeregt. Ich wusste nicht, was ich tun sollte."

Sie habe erst versucht, ihrem Mann zu helfen, dann eine Freundin anzurufen. Zudem habe sie in ihrer Panik erst spät die Notrufnummer der Feuerwehr gefunden. Sie selbst hatte zur Tatzeit 1,0 Promille Alkohol im Blut.

Das Paar hatte sich in Kanada kennengelernt und war 2017 nach Deutschland gekommen. Die Ehe habe seit der Geburt des Sohnes gekriselt. "Seitdem haben wir in getrennten Betten geschlafen", sagte die 40-Jährige. Ihr Ehemann sei mehrfach gewalttätig geworden, wenn er betrunken gewesen sei. Ihr Verteidiger wertete die Tat als Notwehr und Körperverletzung mit Todesfolge. 

Titelfoto: 123RF/Henadzi Pechan

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