Gestohlene "Stolpersteine" in Düsseldorf wieder eingesetzt

Düsseldorf - Zwei im November gestohlene "Stolpersteine" sind wieder an ihrem ursprünglichen Standort in Düsseldorf eingesetzt worden. Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf und die Mahn- und Gedenkstätte verlegten die Gedenksteine am Mittwoch.

Stolpersteine seien ein wichtiger Bestandteil des Gedenkens in Düsseldorf.
Stolpersteine seien ein wichtiger Bestandteil des Gedenkens in Düsseldorf.  © Malte Krudewig/dpa

Die beiden sogenannten Stolpersteine - aus Beton gegossen und mit einer Messingplakette versehen - waren Anfang November im Stadtteil Pempelfort gewaltsam aus der Straße herausgerissen worden.

Zwei Wochen später entdeckte ein Bürger die gestohlenen Steine in einem Park und brachte sie zur Polizei. Die Ermittlungen laufen noch, erklärte ein Polizeisprecher am Mittwoch.

Es gebe aktuell keine Hinweise auf eine politisch motivierte Straftat. Ob es sich um Vandalismus handelte oder jemand die Gedenksteine für materiell wertvoll hielt, ist offen.

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Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) sagte nach der Verlegung am Mittwoch: "Es ist für uns wichtig, diese Steine wieder einzusetzen, weil wir deutlich machen wollen, dass wir hier keinen Zentimeter zurückweichen vor denjenigen, die etwas gegen unsere Gedenk- und Erinnerungskultur tun."

Stolpersteine seien ein wichtiger Bestandteil des Gedenkens in Düsseldorf. "Sie erinnern uns im Alltag, dass wir niemals vergessen dürfen."

Eingesetzte Stolpersteine erinnern an Berta und Max Back

Die wieder eingesetzten Stolpersteine erinnern an Berta und Max Back. Das Ehepaar lebte viele Jahre in Düsseldorf an der Adresse der Stolpersteine und führte eine Buchdruckerei.

Unter dem NS-Regime wurden sie 1941 in das Ghetto von Lodz im deutsch besetzten Polen deportiert. Dort starb Max Back am 12. Juli 1942. Seine Ehefrau Berta Back wurde am 14. Juli 1944 im Vernichtungslager Chelmno getötet.

Titelfoto: Malte Krudewig/dpa

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