Hannelore Kraft bittet Loveparade-Opfer um Vergebung

Düsseldorf – Zum zehnten Jahrestag der Loveparade-Katastrophe in Duisburg hat Ex-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) die Opfer und Hinterbliebenen um Vergebung gebeten, dass für die Tragödie juristisch niemand belangt worden ist.

Hannelore Kraft (SPD) hat im Plenum des Landtags eine Rede zum Gedenken an die Loveparade-Katastrophe gehalten.
Hannelore Kraft (SPD) hat im Plenum des Landtags eine Rede zum Gedenken an die Loveparade-Katastrophe gehalten.  © Rolf Vennenbernd/dpa


"Die Loveparade-Katastrophe ist eine offene Wunde am Herzen der Stadt und des Landes", sagte Kraft am Donnerstag in einer bewegenden Rede im Landtag. 

Es war Krafts erste Rede im Plenum seit ihrer Wahlniederlage 2017. Mit gebrochener Stimme zählte sie in der Erinnerungsdebatte die Vornamen und das Alter aller Todesopfer auf.

Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 starben in Duisburg 21 Menschen im Gedränge, 650 Menschen wurden verletzt. Dass der Prozess um das Unglück im Mai ohne Urteil beendet worden sei, sei für die Angehörigen "schwer zu ertragen", sagte Kraft.

Kraft bekam im Plenum zweimal Applaus der Fraktionen für ihre jahrelange Unterstützung der Opfer und Angehörigen seit dem Zeitpunkt des Unglücks. 

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dankte Kraft dafür und erinnerte an ihre einstige Trauerrede: Kraft habe das, was 18 Millionen Menschen in NRW damals empfunden hätten, so eindrucksvoll formuliert, dass "ein Stück des Respekts gegenüber dem Staat und dem Land wiedergewonnen wurde". Kraft war zum Zeitpunkt des Loveparade-Unglücks erst seit zehn Tagen Ministerpräsidentin.

Kerzen brennen an der Unglücksstelle der Loveparade 2010 (Archivbild).
Kerzen brennen an der Unglücksstelle der Loveparade 2010 (Archivbild).  © Marcel Kusch/dpa

An das Unglück erinnert auch eine Gedenkstätte. Diese war allerdings Anfang Mai beschädigt worden (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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