Mafia-Prozess in Düsseldorf: Mutmaßliche Mitglieder der 'Ndrangheta angeklagt

Düsseldorf – Für einen großen Prozess gegen mutmaßliche Mafiosi der italienischen 'Ndrangheta weicht das Duisburger Landgericht aus Sicherheitsgründen nach Düsseldorf aus.

Die Angeklagten sind wegen Drogenhandels angeklagt (Symbolbild).
Die Angeklagten sind wegen Drogenhandels angeklagt (Symbolbild).  © Daniel Reinhardt/dpa

Das Verfahren beginne am 12. Oktober, teilte eine Gerichtssprecherin am Montag mit. Es gehe um Handel mit rund 680 Kilogramm Kokain.

Der Prozess wurde in den Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts Düsseldorf verlegt. Angeklagt seien 14 Männer, von denen fünf Mafiosi sein sollen. 

Mit 57 Umzugskartons voller Ermittlungsakten, mehreren Terabyte Daten und einer 650 Seiten langen Anklageschrift wird ihnen der Prozess gemacht.

Von Januar 2014 bis Dezember 2018 sollen die Beschuldigten in großem Stil mit Kokain und Marihuana gehandelt haben. 

Um den Drogenhandel zu tarnen, seien eigens Unternehmen gegründet worden. Das Kokain sei dann mit Reis-, Bananen- oder Holzlieferungen nach Europa gebracht worden.

Einige Angeklagte hätten abhörsichere Mobiltelefone genutzt. Restaurants und Eiscafés hätten der Geldwäsche gedient. 

Die Angeklagten müssen sich in unterschiedlicher Zusammensetzung außerdem wegen der Bildung und Unterstützung einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche, Betrug, Steuerhinterziehung und Verstößen gegen das Waffengesetz verantworten. Das Gericht hat für den Mammutprozess bislang 90 Verhandlungstage angesetzt.

Titelfoto: Daniel Reinhardt/dpa

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