Nach langem Streit: Max-Stern-Ausstellung mit Nazi-Raubkunst erstmals gezeigt

Düsseldorf - Nach mehrjähriger Verschiebung präsentiert die Stadt Düsseldorf am Dienstag erstmals ihre umstrittene Ausstellung zu dem jüdischen Kunsthändler Max Stern (1904-1987).

Nach einem mehrjährigen Streit soll die Ausstellung zu dem von den Nazis verfolgten jüdischen Kunsthändler Max Stern im Stadtmuseum Düsseldorf gezeigt werden.
Nach einem mehrjährigen Streit soll die Ausstellung zu dem von den Nazis verfolgten jüdischen Kunsthändler Max Stern im Stadtmuseum Düsseldorf gezeigt werden.  © Malte Krudewig/dpa

Oberbürgermeister Stephan Keller (50, CDU) stellt die Ausstellung "Entrechtet und beraubt. Der Kunsthändler Max Stern" zusammen mit den beteiligten Düsseldorfer Fachleuten vor. Ab Donnerstag ist die Ausstellung für Besucher geöffnet (bis 30. Januar 2022).

Vorausgegangen war ein Streit mit internationalen Stern-Experten, der zum Ausstieg der kanadischen Fachleute aus dem Ausstellungsprojekt führte. Eigentlich war die Präsentation bereits 2018 geplant.

Die Stadtspitze unter dem damaligen Oberbürgermeister Thomas Geisel (57, SPD) sagte sie jedoch überraschend ab und begründete dies seinerzeit mit aktuellen Auskunfts- und Restitutionsgesuchen.

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Die beteiligten kanadischen Stern-Experten fühlten sich von der einseitigen Absage persönlich und fachlich brüskiert. Sie lehnten auch eine Beteiligung an der inzwischen neu konzipierten Ausstellung ab.

Max Stern: Von den Nazis zur Auflösung seiner Galerie gezwungen

Das Gemälde "Skandinavische Landschaft" ist eines der Bilder aus dem Besitz von Max Stern, welches bereits an die Nachlassverwalter zurückgegeben werden konnte.
Das Gemälde "Skandinavische Landschaft" ist eines der Bilder aus dem Besitz von Max Stern, welches bereits an die Nachlassverwalter zurückgegeben werden konnte.  © Stephanie Pilick/dpa

Ein wunder Punkt ist die Debatte um zwei noch offene Restitutionsfälle in Zusammenhang mit Max Stern. Eines der fraglichen Bilder - "Die Kinder des Künstlers" (1830) von Friedrich Wilhelm von Schadow - soll in der Ausstellung gezeigt werden. Zu dem Werk liegt ein Restitutionsersuchen des kanadischen Max Stern Art Restitution Project vor.

Max Stern wurde 1937 von den Nazis zur Auflösung seiner Düsseldorfer Galerie gezwungen. Er konnte nach Paris und London fliehen und gelangte 1941 nach Kanada, wo er wieder in seinen Beruf einstieg.

Stern hinterließ den Großteil seines Nachlasses drei Universitäten in Kanada und Israel.

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Im Max Stern Art Restitution Project forschen die Universitäten nach Kunstwerken aus der Sammlung, die in der NS-Zeit verschwanden.

Mehr als 20 Werke wurden von Museen und über den Kunsthandel inzwischen zurückgegeben.

Titelfoto: Malte Krudewig/dpa

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