Nazi-Raubkunst "Füchse" wird versteigert - Rekordpreis erwartet

Düsseldorf/London - Nur wenige Wochen nach der Rückgabe an die Erben des einstigen jüdischen Besitzers soll das expressionistische Meisterwerk "Füchse" von Franz Marc versteigert werden.

Eine Frau betrachtet das Gemälde "Füchse" von Franz Marc (1880-1916) im Museum Kunstpalast in Düsseldorf. Jetzt wird das Werk in London versteigert.
Eine Frau betrachtet das Gemälde "Füchse" von Franz Marc (1880-1916) im Museum Kunstpalast in Düsseldorf. Jetzt wird das Werk in London versteigert.  © Marcel Kusch/dpa

Das auf 35 Millionen britische Pfund (rund 42 Millionen Euro) geschätzte Ölgemälde kommt am 1. März in London als Hauptwerk in die Abendauktion, wie das Auktionshaus Christie's am Freitag mitteilte.

Die Stadt Düsseldorf hatte das avantgardistische Schlüsselwerk nach einem jahrelangen Raubkunst-Streit erst am 11. Januar an die Erben des von den Nationalsozialisten verfolgten Kurt Grawi (1887-1944) zurückgegeben.

Zuvor hatte das 1913 entstandene kubistische Gemälde von Franz Marc (1880-1916) im städtischen Museum Kunstpalast gehangen. Experten erwarten einen Rekordpreis für die "Füchse". "Dies ist ein Bild, das von den weltweit größten Sammlern gejagt werden wird", sagte Christie's-Chef Jussi Pylkkänen.

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Der Rat der Stadt Düsseldorf hatte bereits Ende April vergangenen Jahres seine Zustimmung zur Rückgabe gegeben. Es folgte jedoch noch ein monatelanges juristisches Tauziehen, bis das Gemälde letztlich im Januar übergeben wurde.

Das Marc-Gemälde war 1962 als Schenkung nach Düsseldorf gekommen. Die Stadt war mit der Restitution einer in Fachkreisen umstrittenen Empfehlung der Beratenden Kommission für Raubkunstfälle gefolgt.

Titelfoto: Marcel Kusch/dpa

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