Lehrer stehen für Grundschulbetrieb ab 15. Juni bereit, aber es gibt Kritik

Düsseldorf/NRW - Knapp 83 Prozent der Lehrer in NRW stehen laut Schulministerium auch in der Corona-Pandemie für den Präsenzunterricht zur Verfügung. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hat den geplanten Regelbetrieb an Grundschulen in NRW ab dem 15. Juni scharf kritisiert.

Schulministerin Yvonne Gebauer (53) äußert sich zur Öffnung der Grundschulen.
Schulministerin Yvonne Gebauer (53) äußert sich zur Öffnung der Grundschulen.  © Marcel Kusch/dpa

Die Zahl der dienstfähigen Lehrkräfte habe sich damit im Vergleich zu den vergangenen Wochen um rund 10 Prozent erhöht, schilderten NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) und Staatssekretär Mathias Richter am Freitag in Düsseldorf.

An den Grundschulen seien rund 80 Prozent der Lehrer dienstfähig und könnten Präsenzunterricht erteilen. Alle rund 600.000 Grundschulkinder sollen in NRW ab dem 15. Juni wieder täglich zur Schule gehen - für dann noch zwei Wochen bis zu den Sommerferien.

Um den Einsatz vor allem älterer und vorerkrankter Lehrer hatte es zuvor Streit gegeben. Seit einigen Tagen sind diese nicht mehr grundsätzlich vom Unterricht in den Klassenräumen ausgenommen. 

Den Kurswechsel hatte das Ministerium mit neuen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts begründet, die keine grundsätzlichen Einsatzbeschränkungen für bestimmte Altersgruppen oder Vorerkrankungen vorsehen.

Statt dem Abstandsgebot setzt das Ministerium in den Grundschulen ab dem 15. Juni darauf, dass die Klassenverbände als konstante Lerngruppen strikt unter sich bleiben - und möglichst nur vom Klassenlehrer unterrichtet werden.

Die Gruppen dürften sich auch auf dem Schulhof nicht vermischen. Es brauche dafür unterschiedliche Pausenzeiten, sagte Gebauer am Freitag.

Verband VBE "fassungslos" über neue Grundschulplanung

Der VBE sieht die Abstandsregelung in Gefahr.
Der VBE sieht die Abstandsregelung in Gefahr.  © Henning Kaiser/dpa

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hat den geplanten Regelbetrieb an Grundschulen in NRW ab dem 15. Juni scharf kritisiert. "Abstandsregeln und die Vermeidung von Infektionsketten sollen keine Rolle mehr spielen", monierte die Lehrergewerkschaft nach Bekanntwerden der neuen Planungen am Freitag.

Die hart erarbeiteten Konzepte mit einem Mix aus tageweisem Präsenzunterricht und Lernen auf Distanz würden nun umgeworfen. Das stehe angesichts von nur noch zwei Wochen bis zum Beginn der Sommerferien "in keinem Verhältnis zum Nutzen", sagte der Landesvorsitzende Stefan Behlau laut Mitteilung.

"Wir sind fassungslos über den Umgang mit den Schulen in Nordrhein-Westfalen." Die ganze Energie müsse in die Planung des nächsten Schuljahres fließen, statt kurzfristig für wenige Tage umzusteuern.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte zuvor betont: "Jeder Tag zählt."

Titelfoto: Marcel Kusch/dpa

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