NRW-Politiker bekommen Acrylglas-Kabinen

Düsseldorf – Der nordrhein-westfälische Landtag könnte noch vor der Sommerpause erstmals seit Beginn der Corona-Krise wieder in voller Besetzung zusammen kommen: Getrennt durch Acrylglas-Kabinen sollen alle Parlamentarier ab dem 24. Juni wieder im Plenum sitzen. 

Der Prototyp einer Acrylglas-Kabine steht im Plenarsaal des nordrhein-westfälischen Landtages auf dem Tisch der Abgeordneten.
Der Prototyp einer Acrylglas-Kabine steht im Plenarsaal des nordrhein-westfälischen Landtages auf dem Tisch der Abgeordneten.  © David Young/dpa

Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Fraktionskreisen.

In den vergangenen Wochen hatte der Landtag nur mit einem Drittel der Abgeordneten getagt, die dadurch den gebotenen Mindestabstand zueinander halten konnten. 

Im Mai hatte der Ältestenrat einstimmig die Anschaffung von Acrylglastrennwänden beschlossen, die eigentlich in der Sommerpause aufgebaut werden sollten. Nach dpa-Informationen sind sich die Fraktionen aber einig, dass der Start bereits Ende Juni sein soll.

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Die Acrylglaswände - links, rechts und vorne geschlossen - haben Saugnäpfe, damit man sie einfach wieder abbauen kann und sie keine Spuren an den Plenarmöbeln hinterlassen. 

Sie werden an jedem Platz installiert und kosten pro Stück 130 Euro, wie Landtagspräsident André Kuper dem WDR sagte. Ein Prototyp, ähnlich dem finalen Modell, war in den vergangenen Tagen bereits im Plenum zu sehen.

Landtagssitzung in voller Stärke wieder möglich

Auch im NRW-Landtag blieben zuletzt aufgrund der Abstandsregeln Plätze leer.
Auch im NRW-Landtag blieben zuletzt aufgrund der Abstandsregeln Plätze leer.  © Federico Gambarini/dpa

In den Fraktionen gab es dem Vernehmen nach auch Skepsis: Vor allem solle nicht der Eindruck eines Sonderweges für Politiker im Gegensatz zu anderen Berufsgruppen entstehen, hieß es aus einem Lager. 

Einig waren sich alle Fraktionen, dass der Landtag funktionsfähig bleiben muss. So sagte Präsident Kuper auch dem WDR: "Landtag und Regierung haben in Nordrhein-Westfalen großen Wert darauf gelegt, dass das Parlament nicht ausgehebelt wird." Selbst in der "schlimmsten Zeit" der Pandemie habe man wöchentliche Sitzungen und Sondersitzungen gehabt.

Sollte der Landtag Ende Juni in voller Stärke tagen, könnte er gleich einen historischen Beschluss fassen: Die ersten Sätze der Landesverfassung sollen um einen Bezug zu Europa ergänzt werden.

Titelfoto: David Young/dpa

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