Rückgabe von Nazi-Raubkunst - Staatsanwaltschaft Düsseldorf prüft Anfangsverdacht

Von Dorothea Hülsmeier

Düsseldorf - Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf prüft im Zusammenhang mit der Strafanzeige gegen die Restitution des wertvollen Gemäldes "Füchse" von Franz Marc (1880-1916), ob ein Anfangsverdacht vorliegt.

Eine Frau betrachtet das Gemälde "Die Füchse" von Franz Marc (1880-1916), das im Museum Kunstpalast in Düsseldorf hängt.
Eine Frau betrachtet das Gemälde "Die Füchse" von Franz Marc (1880-1916), das im Museum Kunstpalast in Düsseldorf hängt.  © Marcel Kusch/dpa

Die Prüfung sei "fortgeschritten", sagte eine Sprecherin am Montag auf Anfrage. Strafrechtliche Ermittlungen können erst aufgenommen werden, wenn ein Anfangsverdacht vorliegt.

Nach einem jahrelangen Raubkunst-Streit hatte der Düsseldorfer Stadtrat Ende April einstimmig beschlossen, das auf mindestens 14 Millionen Euro geschätzte Gemälde an die Erben des von den Nationalsozialisten verfolgten Kurt Grawi (1887-1944) zurückzugeben.

Wenige Tage nach dem Beschluss war bei der Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige wegen versuchter Untreue eingegangen.

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Sie richtet sich nach Angaben der Stadt gegen die verantwortlichen Mitglieder der Stadtverwaltung, die die Rückgabe der "Füchse" empfohlen hatten, sowie gegen die Mitglieder des Stadtrates, die dem Beschluss zustimmten. Wegen der Strafanzeige wurde die Restitution vorerst gestoppt.

Das Kommunalparlament war einer in Fachkreisen umstrittenen Empfehlung der Beratenden Kommission für Raubkunstfälle gefolgt.

Das Gemälde war 1962 als Schenkung nach Düsseldorf gekommen und befindet sich im Museum Kunstpalast.

Titelfoto: Marcel Kusch/dpa

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