Sohn soll eigene Mutter ermordet und zerstückelt haben

Düsseldorf – Im Prozess um den Mord an einer fünffachen Mutter hat der angeklagte älteste Sohn sein monatelanges Schweigen gebrochen und die Tat bestritten.

Der wegen Mordes Angeklagte (M) steht in einem Gerichtssaal des Landgerichts Düsseldorf zwischen einem Dolmetscher und seiner Verteidigerin Josipa Salm-Francki.
Der wegen Mordes Angeklagte (M) steht in einem Gerichtssaal des Landgerichts Düsseldorf zwischen einem Dolmetscher und seiner Verteidigerin Josipa Salm-Francki.  © Martin Höke/dpa

"Ich habe nichts getan und meine Mutter nicht umgebracht", sagte der 49-Jährige am Dienstag auf der Anklagebank des Landgerichts Düsseldorf unter Tränen.

Vom Tod seiner Mutter habe er erst Tage später in Serbien durch seinen Bruder erfahren.

Seiner Schilderung nach war seine Mutter am Morgen des 29. April 2017 zur Arbeit aufgebrochen und nicht wiedergekommen. Er sei am Sonntag (30. April) mit dem Bus nach Serbien zurückgefahren. Sein Bruder sei in Düsseldorf geblieben.

Der Staatsanwalt ist dagegen aufgrund von Indizien und Zeugen davon überzeugt, dass der Sohn damals seine 62-jährige Mutter in einem Düsseldorfer Mietshaus heimtückisch im Schlaf erschlagen, und um das zu vertuschen, ihre Leiche zerstückelt, in schwarze Müllsäcke gepackt und in den Keller geschafft hatte. Einen Tag später wurden die Leichenteile entdeckt.

Hintergrund der Tat war nach Überzeugung der Ermittler ein lange schwelender Streit in der Familie. So soll der Sohn seiner Mutter wiederholt vorgeworfen haben, in Serbien vor über 30 Jahren den Vater wegen eines anderen Mannes verlassen zu haben. Später habe sie ihre fünf Kinder in der Heimat zurückgelassen, als sie nach Deutschland ausgewandert sei.

Angeklagter wurde in Kroatien gefasst und ausgeliefert

Der Angeklagte hatte sich damals in seine serbische Heimat abgesetzt. Er war mit internationalem Haftbefehl gesucht worden und konnte erst drei Jahre später in Kroatien gefasst werden. Im Sommer war der 49-Jährige ausgeliefert worden (TAG24 berichtete).

Bei einer Verurteilung wegen Mordes muss der Serbe mit lebenslanger Haft rechnen. Für den Prozess sind bis zum 25. März noch 18 weitere Verhandlungstage angesetzt.

Titelfoto: Martin Höke/dpa

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