Advent ohne Bergparaden: Traditionsvereine beklagen negative Folgen

Stollberg/Chemnitz - Die Bergparaden im Erzgebirge sind nicht nur Höhepunkt vieler Weihnachtsmärkte, sondern immaterielles Kulturerbe.

Bergparaden, wie hier in Annaberg-Buchholz, wird es in diesem Jahr im Erzgebirge wohl kaum geben (Archivbild).
Bergparaden, wie hier in Annaberg-Buchholz, wird es in diesem Jahr im Erzgebirge wohl kaum geben (Archivbild).  © Bernd März

Doch dieses Jahr haben die Traditionsvereine wegen der Corona-Pandemie reihenweise Absagen kassiert.

Normalerweise gebe es in der Adventszeit rund ein Dutzend solcher Aufzüge, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine, Ray Lätzsch, der Deutschen Presse-Agentur. Aktuell sei nur noch einer geplant. Auch das traditionelle Neujahrskonzert des Landesbergmusikkorps Sachsen in Schneeberg fällt aus.

Für die Vereine hat das Folgen. Einerseits fehlten Einnahmen etwa für Trachten und Instrumente; andererseits leide die Nachwuchsarbeit, betonte Lätzsch. Und das nicht nur in Sachsen.

Denn unter die Teilnehmer der Paraden im Advent mischen sich auch Vereine aus anderen Bundesländern. "Wir könnten marschieren", betonte Lätzsch mit Verweis auf ein Hygienekonzept.

Doch könnte die große Zahl an Zuschauern in Pandemie-Zeiten zum Problem werden, so dass viele Kommunen die Reißleine gezogen haben.

Trotz des Ausfalls vieler Proben wären die Kapellen nach Einschätzung von Landesbergmusikdirektor Jens Bretschneider auftrittsreif. "Im Idealfall üben die Musiker auch zu Hause und viele Bergmärsche werden mehrmals im Jahr gespielt, sodass es nicht mehr viel Vorbereitung braucht."

Das traditionelle Liedgut sei den meisten so in Fleisch und Blut übergegangenen, dass er derzeit noch keine negativen Folgen des Teil-Lockdowns auf dessen Pflege befürchte. "Was ich für problematischer halte, ist, dass derzeit die persönlichen Kontakte und die Pflege der Gemeinschaft stark leidet."

Stollberg will seine Bergparaden im Dezember durchführen

Gegen den Trend stemmt sich bisher die Stadt Stollberg im Erzgebirge. Sie hält bislang an ihrer für den 5. Dezember geplanten Bergparade fest und hofft, dass dann mehrere hundert Bergleute zu Musik die rund 1,2 Kilometer lange Strecke durch die Stadt marschieren.

Die Besucher würden angehalten, sich mit Abstand entlang der Strecke zu verteilen, hieß es vonseiten der Stadtverwaltung.

Außerdem müssten Teilnehmer der Parade laut Hygienekonzept an den Sammelplätzen Mund-Nasen-Schutz tragen und dürften sich nicht mit Mitgliedern anderer Vereine vermischen.

Titelfoto: Bernd März

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