Trotz Kät-Aus: Annaberg hat wieder eine eigene Briefmarke!

Annaberg- B. - Es sollte ein großes Fest werden: Die Annaberger Kät hätte am kommenden Freitag ihr 500. Jubiläum gefeiert. Doch wegen Corona wurde das größte Volksfest Sachsens abgesagt. Was bleibt ist eine Sonderbriefmarke, welche am Donnerstag erschienen ist.

Am Donnerstag veröffentlichte das Bundesfinanzministerium eine Sonderbriefmarke zum 500. Jubiläum der Annaberger Kät.
Am Donnerstag veröffentlichte das Bundesfinanzministerium eine Sonderbriefmarke zum 500. Jubiläum der Annaberger Kät.  © Bundesfinanzministerium

Die Marke, welche vom Bundesfinanzministerium herausgegeben wurde, ist 95 Cent wert. Auf ihr sind traditionelle Fahrgeschäfte sowie eine moderne Achterbahn abgebildet. Im Hintergrund ist das berühmte Feuerwerk "Sinfonie der Farben" zu sehen.

Insgesamt wurde die Marke sehr farbenfroh gestaltet.

"Die Grafik ist ganz bewusst eine Kombination zwischen Historie und Moderne", so ein Stadtsprecher. "Während das Schriftzeichen für das K in Frakturschrift gestaltet ist, zeigen Ä und T ein modernes Schriftbild"

Gestaltet wurde die Marke von zwei Grafikern aus Baden-Württemberg.

Es ist bereits die dritte Briefmarke, die Annaberg-Buchholz bekommt. 

Zu Ehren von Adam Ries und der Unternehmerin Barbara Uthmann gab es schon einmal eine Marke.

Am 12. Juni wäre die Jubiläums-Kät in Annaberg gestartet. Doch das größte Volksfest Sachsens musste coronabedingt abgesagt werden (Archivbild).
Am 12. Juni wäre die Jubiläums-Kät in Annaberg gestartet. Doch das größte Volksfest Sachsens musste coronabedingt abgesagt werden (Archivbild).  © André März

Chemnitzer Schausteller über KÄT-Aus: "Wir sind mit 100 gegen die Wand gefahren"

Für den Chemnitzer Schausteller Klaus Illgen (73) bedeutet das Kät-Aus ein großer finanzieller Verlust (Archivbild).
Für den Chemnitzer Schausteller Klaus Illgen (73) bedeutet das Kät-Aus ein großer finanzieller Verlust (Archivbild).  © Kristin Schmidt

Besonders die hiesigen Schausteller sind von der Absage der Annaberger Kät betroffen. "Wir haben gebangt, sind dann aber mit 100 gegen die Wand gefahren", berichtet der Chemnitzer Schausteller Klaus Illgen (73) dem MDR.

Alles wäre vorbereitet gewesen, die Geschäfte waren bereit, die Hänger geladen - doch dann kam die Absage. Diese traf den Schausteller besonders. "Neben den Weihnachtsmärkten gehört die Annaberger Kät zur wichtigsten Einnahmequelle der Saison."

Der 73-Jährige hält sich nun mit seiner Rente über Wasser. Sein Sohn, der ebenfalls in der Schaustellerbranche tätig ist, musste Hartz IV beantragen.

Und wie es weitergeht, ist ungewiss. "Was in den nächsten fünf Jahren mit den Schaustellern passiert, bleibt ein großes Fragezeichen", so Illgen.

Titelfoto: Bundesfinanzministerium/Andre März

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