Klinikchef schlägt Alarm: So gefährlich ist Corona wirklich!

Aue - Jetzt spricht Marcel Koch, Geschäftsführer des Helios Klinikum in Aue, Klartext! Mit einer Videobotschaft wendet er sich an alle, die das neuartige Coronavirus immer noch verharmlosen.

Im Helios Klinikum in Aue müssen aktuell sechs Patienten beatmet werden (Symbolbild).
Im Helios Klinikum in Aue müssen aktuell sechs Patienten beatmet werden (Symbolbild).  © Marcel Kusch/dpa

"Vor zwei Wochen haben wir unsere erste Patientin aufgenommen, welche direkt beatmet wurde und sich aktuell auch noch dort befindet", berichtet Koch in der Videobotschaft. 

"Insgesamt werden sechs Patienten im Alter zwischen 61 und 81 Jahren in unserem Klinikum beatmet", so der Klinikchef. "Was wir feststellen: Die beatmeten Patienten sind zwar stabil, doch der Zustand verbessert sich nicht wesentlich." Daher müsse man davon ausgehen, dass die Corona-Patienten 21 oder mehr Tage beatmet werden müssen! "Das ist eine Aufgabe vor der wir stehen, die nicht ohne ist", so Koch.

Im Gegensatz zu anderen Patienten, müsse man bei Corona-Patienten mit hohem Druck Sauerstoff in die Lunge pumpen: "Das gefährliche dabei ist, dass der Druck irgendwann so hoch wird, dass die Lunge den Druck nicht mehr standhält. Dann können wir nicht mehr viel machen." 

Diese Beatmung mache COVID-19 so gefährlich. Das Virus sei damit nicht mit der gewöhnlichen Grippe vergleichbar.

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Klinikchef über Kommentare im Netz: "Grausam und unmenschlich"

Im Altenheim "Bethlehemstift" in Zwönitz sind bisher drei Bewohner an COVID-19 gestorben, 53 weitere sind infiziert.
Im Altenheim "Bethlehemstift" in Zwönitz sind bisher drei Bewohner an COVID-19 gestorben, 53 weitere sind infiziert.  © Sven Gleisberg

In einer zweiten Videobotschaft zeigt sich Klinikchef Marcel Koch empört über die Kommentare zu COVID-19: "Ich habe den Fehler gemacht, mir die Kommentare im Netz unter dem Post zum 'Bethlehemstift' durchzulesen." 

Dort haben einige User geschrieben, dass man die alten Menschen doch sterben lassen solle. 

"Wenn man sich die Profile der Leute anschaut, die so etwas schreiben, dann sieht man oft den Stolz den diese Menschen zum Erzgebirge haben. Die zwei Generationen, die massiv gefährdet sind, sind diejenigen, die 40, 50 Jahre lang im Schacht den Buckel krumm gemacht haben", mahnt der Klinikchef.

Es sei nicht die Entscheidung der User im Internet, wem geholfen werde und wem nicht. Auch Hochrisikopatienten werde man helfen so gut es geht, bestätigt Koch.

Laut dem Klinikchef sind einige Kommentare im Netz "grausam und unmenschlich". 

Titelfoto: screenshot/facebook.com/Helios Klinikum Aue

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